Die Beschwerde-Statistiken des Ombudsmanns für die private Krankenversicherung und der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) liegen vor und zeichnen ein durchaus positives Bild. Insofern sind die Zahlen und Daten zwar aussagekräftig, dürfen allerdings nicht automatisch als Spiegelbild der Kundenzufriedenheit betrachtet werden. Denn ehe ein Versicherungsnehmer sich an eine der beiden Stellen wendet, hat der berühmt Tropfen das Fass in der Regel schon zum Überlaufen gebracht. Ob und wie sehr es unter der Oberfläche brodelt, lässt sich nur erahnen.

Immerhin: Beim PKV-Ombudsmann sind 2012 weniger Beschwerden eingereicht worden als in den Jahren zuvor. Wie das VersicherungsJournal auf Anfrage beim Verband der privaten Krankenversicherung erfuhr, ist es das erste Mal, dass ein Rückgang verbucht werden konnte – und zwar von 6.511 auf 6.354 Eingaben. Noch deutlicher wird die Entwicklung beim Blick auf die Prozentzahlen. 2011 stieg die Zahl der Beschwerden noch um neun Prozent, im vorigen Jahr ging sie um 2,4 Prozent zurück. Vor dem Hintergrund, dass die PKV immer wieder wegen zu hoher Beiträge und magerer Leistungen gescholten wurde, eine bemerkenswerte Entwicklung, mit der so vermutlich niemand gerechnet hätte.

Helfen konnte der Ombudsmann Dr. Helmut Müller in jedem vierten Fall, ganz oder zumindest teilweise. Das geht aus einem Bericht der Welt hervor. Die Mehrheit der Fälle drehte sich um die medizinische Notwendigkeit von Behandlungen. Das Thema Beitragserhöhungen ist auch beim Schlichter noch nicht ganz vom Tisch, aber längst nicht mehr so relevant wie noch vor einem Jahr. Es macht knapp 4,4 Prozent der Anfragen aus.

Das Zahlenmaterial der BaFin spricht eine etwas andere Sprache. Hier steht ein Plus von 3,3 Prozent zu Buche. 1.713 Versicherungsnehmer wandten sich in ihrer Not an die Behörde. Negativ aufgefallen sind dabei vor allem die Allianz, die AXA, die Central, die DKV und die Gothaer Krankenversicherung. Über diese Unternehmen beschwerten sich die Kunden am häufigsten. Sind es sonst durchschnittlich 5,19 Beschwerden pro 100.000 Versicherte, steigt dieser Wert bei der Central auf 18,53 und bei der Gothaer auf 17,57. Hintergrund ist in diesen Fällen laut VersicherungsJournal meist der Beitrag.