BKK Hoesch: 20 Prozent weniger Mitglieder durch Zusatzbeitrag
BKK Hoesch: 20 Prozent weniger Mitglieder durch Zusatzbeitrag

Die BKK Hoesch ist durch vergleichsweise schlechte Rahmenbedingungen im Bilanzjahr 2010 in finanzielle Schieflage geraten. Konsequenz war die Einführung eines Zusatzbeitrages in Höhe von 15 Euro Anfang dieses Jahres. Lediglich die City BKK verlangt einen ähnlich hohen Zusatzbeitrag. Die Folge: Viele der rund 70.000 Mitglieder haben der Kasse den Rücken gekehrt. Vorstandschef Uwe Gehrig hatte sogar davon gesprochen, dass bereits jedes fünfte Mitglied der Kasse gekündigt hat. Nach einer Belegschaftsversammlung Mitte April steht nun fest: Es muss gespart werden, um zu überleben. Anfang 2009 hatte die Krankenkasse noch mit der BKK Falke fusioniert.

Jeder Fünfte reicht Kündigung ein

Als einzige Krankenkasse führte die BKK Hoesch 2011 einen Zusatzbeitrag neu ein: 15 Euro müssen ihre Versicherten nun monatlich überweisen. In dessen Folge machten etwa 20 Prozent der Versicherten von ihrem gesetzlichen Sonderkündigungsrecht Gebrauch und wollen die Betriebskrankenkasse ab Ende Mai verlassen. "Viele haben sich diesen Schritt aber auch noch anders überlegt und die Kündigung zurück genommen", erklärte Dietrich Hilje, Pressesprecher der BKK Hoesch, gestern gegenüber 1A Krankenversicherung. Endgültige Zahlen könne die Krankenkasse jedoch erst veröffentlichen, wenn die Kündigungsfrist Anfang Juni abgelaufen sei.

Zusatzbeitrag von 15 Euro

Anstoß für die finanzielle Misere brachte der Risikostrukturausgleich Ende 2010: Da die Kasse 2009 zu viel Geld aus dem Gesundheitsfonds erhalten hatte, sollte sie nun rund vier Millionen Euro zurückzahlen. Hinzu kamen unerwartet viele und hohe Krankenhausrechnungen, was sich schlussendlich Ende des Jahres 2010 auf ein Defizit von rund 12 Millionen Euro summierte. Der vergleichsweise hohe zusätzliche Beitrag erkläre sich aus dem Minus sowie der Anzahl der Versicherten, so Hilje weiter. Zudem leben viele der Versicherten in Ballungsgebieten mit vergleichsweise hohen ambulanten und stationären Behandlungskosten.

Verringerung oder gar Abschaffung des Zusatzbeitrages

Ziel sei nun ein schneller Ausgleich des Defizits, um den Zusatzbeitrag im Folgejahr verringern oder ganz abschaffen zu können, betont Hilje. Wie aus einem Bericht des Internetportals DerWesten hervorgeht, seien die 195 Mitarbeiter bereit, auf tariflich vereinbarte Lohnerhöhungen von 2,7 Prozent sowie auf das Weihnachtsgeld zu verzichten, um ihren Arbeitsplatz zu retten, Die Verhandlungen mit den zuständigen Gewerkschaften seien jedoch noch nicht abgeschlossen.