BKK Wirtschaft & Finanzen: Kein Zusatzbeitrag 2011
BKK Wirtschaft & Finanzen: Kein Zusatzbeitrag 2011

Die vom Focus in Umlauf gebrachte Meldung, wonach 23 Krankenkassen massiv gefährdet seien, wurde inzwischen vom Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen (GKV) relativiert. Die Informationen seien veraltet und könnten somit nicht zur Beurteilung der aktuellen finanziellen Situation der Krankenkassen herangezogen werden. Unklar bleibt auch, welche Krankenkassen unter den 23 angeblich Gefährdeten zu finden sein sollen. Der Pressesprecher des Bundesversicherungsamtes Tobias Schmidt bestätigte gegenüber Zusatzbeitrag.com lediglich, dass der GKV-Spitzenverband seiner Meldepflicht nach gekommen sei und 19 Krankenkassen genannt hätte, deren Ausgaben im ersten Quartal 2010 höher ausfielen als die Einnahmen. Schmidt zufolge bedeute allein diese Tatsache aber noch keine Insolvenz, da die Krankenkassen meist in der Lage seien, das Quartalsminus aus ihren Rücklagen zu begleichen. Bestätigt sind weiterhin nur die mögliche Insolvenz der City BKK, der BKK Heilberufe und der GBK Köln.

Kein Zusatzbeitrag der BKK Wirtschaft & Finanzen

Die BKK Wirtschaft & Finanzen gab dagegen gestern per Pressemitteilung als erste gesetzliche Krankenkasse bekannt, dass sie auf Basis des vorliegenden Jahresergebnisses 2009 und der kontinuierlich steigenden Versichertenzahl, auch für 2011 keinen Zusatzbeitrag erheben wird. Vorstand Björn Hansen betrachtet die Entwicklungen um andere marode Krankenkassen im System dennoch mit Sorge.

Gesundheitssystem in Gefahr

Statt nur mit Sorge reagiert der Vorstand der Bergischen Krankenkasse Joachim Wichelhaus mit Unverständnis und aufgebracht über Krankenkassen, die bereits als „gefährdet“ eingestuft wurden und dennoch keine Zusatzbeiträge erheben, um ihre Finanzlage zu verbessern. Konkret bezog der sich auf zehn der vom Focus genannten 23 Krankenkassen in Zahlungsschwierigkeiten.

Das Wirtschaften am existenziellen Minimum bringe andere Kassen, die über eine solide und stabile Haushaltslage verfügen und in ausreichendem Maße Rücklagen und Betriebsmittel gebildet hätten, langfristig in Gefahr. Diese egoistische Einstellung könne vom Solidaritätsprinzip im Gesundheitswesen nicht weiter getragen werden. Wichelhaus verband diese Kritik mit der Aufforderung an klamme Krankenkassen, Eigenverantwortung zu übernehmen und Zusatzbeiträge in ausreichendem Maße zu erheben. Die Bergische Krankenkasse selbst hätte ihre derzeitig gute Finanzlage ebenfalls unpopulären Betragserhöhungen in der Vergangenheit zu verdanken.