Bundesrechnungshof kritisiert Krankenkassen
Bundesrechnungshof kritisiert Krankenkassen

So zitiert die Wirtschaftswoche den BRH-Präsident Dieter Engels mit den Worten: „Wie manche Kassen mit dem Geld der Versicherten umgehen, habe ich mir nicht vorstellen können“. Konkret benennt er überhöhte Vorstandsgehälter von bis zu 300.000 Euro, teure Abfindungen, fragwürdige Beraterverträge und generell zu hohe Verwaltungskosten. Besonders aber würden Krankenkassenfusionen zu Buche schlagen, hier gebe es „Deals unter den Beteiligten, da bekommt ein Prüfer, der sie aufdeckt, graue Haare“. Die Krankenkassen wehren sich gegen die Vorwürfe und verweisen auf Einsparungen, die durch Fusionen und Rabattverträge möglich wurden.

Finanzkontrolle für Krankenkassen gefordert

Der BRH hat mehrere Krankenkassen überprüft und möchte diese Kontrollen zukünftig verstärken. Um welche Kassen es konkret geht, wurde nicht gesagt. In erster Linie ging es den Prüfern auch nicht darum, einzelne Kassen an den Pranger zu stellen, sondern primär auf mangelnde Finanzkontrollen bei den gesetzlichen Krankenkassen hinzuweisen. Die bisherige Aufsicht durch das Bundesversicherungsamt wurde von Engels als unzureichend bewertet.

Wettbewerb könnte Situation entschärfen

Keine Aussage machte Engels bezüglich des wachsenden Wettbewerbs zwischen den Krankenkassen. Die Ergebnisse der Überprüfung gehen größtenteils auf Untersuchungen im vergangenen Jahr zurück. Die hohe Wechselbereitschaft vieler Versicherter in den letzten Monaten hat den Krankenkassenmarkt generell stärker in Bewegung gebracht. Experten rechnen damit, dass viele Kassen durch diese Situation vom Markt gezwungen werden, die eigenen Ausgaben stärker zu hinterfragen. Allerdings gehen viele Experten auch davon aus, dass es speziell unter kleineren Krankenkassen zunehmend zu Fusionen kommen wird, die vom BRH besonders scharf kritisiert wurden.