City BKK trotz Zusatzbeitrag vor der Insolvenz
City BKK trotz Zusatzbeitrag vor der Insolvenz

Die City BKK hat beim Bundesversicherungsamt eine drohende Insolvenz angemeldet. Dort wird nun eine Überprüfung der Kassen- und Finanzlage vorgenommen, wie ein Sprecher des BVA gegenüber Zusatzbeitrag.com bestätigte. Nicht bestätigt wurde hingegen, dass die Auflösung der Krankenkasse bereits zum 1. September beschlossen sei, wie der Spiegel berichtet. Auch über die Höhe der Schulden machte das BVA keine konkreten Angaben. Bis zu 50 Millionen Euro soll die City BKK im Minus sein. Mit überwiegend alten und kranken Versicherten hatte die City BKK trotz acht Euro Zusatzbeitrag kaum eine Chance zur Konsolidierung. Für die rund 200.000 Versicherten ändert sich zunächst wenig, sowohl Versicherungsschutz als auch Behandlungskosten werden weiterhin übernommen. Der Wechsel der Versicherten innerhalb der gesetzlichen Krankenkassen gestalte sich unkompliziert, so eine Sprecherin des Bundesgesundheitsministeriums. 

Fusionspläne gescheitert

Aufgrund der ungünstigen Struktur der Versicherten, die aufgrund von Alter und Krankheiten hohe Behandlungskosten verursachen, konnte kein Fusionspartner unter den Betriebskrankenkassen gefunden werden. Bisher wollte keine Krankenkasse das finanzielle Risiko mittragen und die eigene Zahlungsunfähigkeit riskieren.

Allein 2009 und 2010 hat die City BKK circa 50 Millionen Euro Schulden gemacht. Dasselbe Problem kommt offenbar auch auf weitere gesetzliche Krankenkassen zu. Sicher scheint, dass eine weitere Betriebskrankenkasse die Gefahr der Insolvenz angezeigt hat. Gerüchten zufolge handelt es sich dabei um die die BKK für Heilberufe. Das BVA wollte dies weder bestätigen noch dementieren. Die BKK für Heilberufe hat offenbar vorsorglich finanzielle Engpässe gemeldet, um den Verdacht der Insolvenzverschleppung zu vermeiden. Das Bundesversicherungsamt hat nun drei Monate Zeit um über die Zukunft der Krankenkassen zu entscheiden.

Risikostrukturausgleich funktioniert nicht richtig

Laut Experten drohe weiteren Krankenkassen die Pleite, da die Mittelzuweisungen aus dem Gesundheitsfonds nicht ausreichen. So beklagen nach Berichten des Hamburger Abendblatts die Ersatzkassen Techniker Krankenkasse, DAK und Barmer GEK, dass die AOK deutlich mehr Gelder aus dem Fonds erhalte.

Grundlage für die Verteilung der Gelder ist unter anderem eine Liste, die 80 schwerwiegende und chronische Krankheiten nennt, für deren teure Behandlung die Krankenkassen Zuschüsse aus dem Gesundheitsfonds erhalten. Kritiker bemängeln unrealistische Summen und die Unvollständigkeit der Liste.