City BKK und Vereinigte IKK von Insolvenz bedroht
City BKK und Vereinigte IKK von Insolvenz bedroht

Erst vor einem Jahr wurde die Vereinigte IKK durch eine Fusion der Signal Iduna IKK und der IKK Nordrhein gebildet. Mit rund 1,6 Millionen Mitgliedern zählt die Vereinigte IKK zu den größten gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland. Aktuell finden Gespräche mit den anderen Innungskrankenkassen statt. Es wird über strukturelle Hilfsmaßnahmen diskutiert. Was die City BKK angeht, so analysiert das Bundesversicherungsamt im Moment die finanzielle Lage der Betriebskrankenkasse. Mitarbeiter und Versicherte erwarten das Ergebnis dieser Prüfungen mit Spannung. Ende Mai sollen das Urteil gesprochen werden, Christine Richter, Sprecherin des Bundesverbandes der Betriebskrankenkassen, bestätigt, dass die Schließung der Krankenkasse nicht ausgeschlossen werden kann.

Verantwortung liegt beim Gesundheitsfonds 

Die City BKK ist mit etwa 180.000 Versicherten eher eine kleine Krankenkasse. Dagegen ist die Vereinigte IKK sehr mitgliederstark. Entsprechend hoch ist der Finanzbedarf der angeschlagenen Innungskrankenkasse. In den Medien wird die Zahl von 50 Millionen Euro genannt, die für eine Sanierung nötig wären. Eine Sprecherin der IKK macht den Gesundheitsfonds für die Misere der Krankenkasse verantwortlich. Die Gelder aus dem Gesundheitsfonds reichen nicht aus, weil regionale Unterschiede und Ungleichheiten nicht berücksichtigt würden.

Mitgliederschwund durch Zusatzbeitrag  

( Werbemittel: ADD-NEWS-CONTENT-1 )"Die Vereinigte IKK prüft derzeit alle möglichen Optionen, die die Wettbewerbsfähigkeit langfristig erhalten", so die Sprecherin weiter. Doch über einen Zusatzbeitrag denke man im Augenblick noch nicht nach. Vermögenswerte und die Liquidität sind offensichtlich noch stabil. Doch nicht nur deshalb wird die Erhebung eines Zusatzbeitrages so lange wie möglich hinausgezögert. Aus bitterer Erfahrung anderer Krankenkassen weiß man, dass der zusätzliche Krankenkassenbeitrag zu starken Abwanderungen der Mitglieder führen kann. Die City BKK hatte zu Anfang des Jahres ihren Zusatzbeitrag auf 15 Euro erhöht. Nach Angaben der City BKK haben in den letzten 12 Monaten 10.000 Mitglieder gekündigt.

Abbau von Krankenkassen ist politische Absicht

Es gibt aktuell noch 156 gesetzliche Krankenkassen. Dass die Zahl der Krankenkassen so schnell geschrumpft ist, war die Absicht der Vorgängerin von Gesundheitsminister Philipp Rösler. Ulla Schmidt (SPD) hat mit der Einrichtung des Gesundheitsfonds eine derartige Entwicklung bewusst angestoßen. Sie war der Ansicht, dass es langfristig nur noch maximal 50 Krankenkassen geben sollte. Mehr seien nicht nötig. Das Bundesversicherungsamt vermutet deshalb auch, dass bis zum Ende des Jahres noch mehr Krankenkassen vom Markt verschwinden und dann noch 150 Krankenkassen übrig bleiben werden.

Keine Ausfälle für die Versicherten

Die Versicherten der beiden aktuell von der Schließung bedrohten Krankenkassen müssen sich keine Sorgen machen. Auch wenn die Krankenkassen in die Insolvenz gehen, bleibt der Versicherungsschutz erhalten. Die anderen Krankenkassen der gleichen Art, also die Betriebs- oder Innungskrankenkassen, müssen zunächst die Kosten übernehmen. Sollten auch hier Probleme auftreten, dann müssen auch die anderen gesetzlichen Krankenkassen helfen. Christine Richter beruhigt auch Ärzte und Krankenhäuser: Bei einer Schließung bleibt die Krankenkasse zunächst im Zustand der Abwicklung bestehen, bis alle Forderungen erfüllt wurden.

Wechselfrist für Betroffene

Wenn eine Schließung offiziell bekannt geworden ist, so können die Versicherten in den folgenden zwei Wochen in eine andere Krankenkasse wechseln. Die Betroffenen sollten das auch rechtzeitig wahrnehmen. Geschieht das nicht, so können Arbeitgeber, die Rentenversicherung oder die Bundesagentur für Arbeit den Versicherten bei einer beliebigen Krankenkasse anmelden.