DAK verliert 141.000 Mitglieder
DAK verliert 141.000 Mitglieder

Die DAK ist mit 4,9 Millionen Mitgliedern einer der größten deutschen Krankenkassen und musste kürzlich bereits Spekulationen zu einer eventuellen Insolvenz dementieren. Vorstandsvorsitzender Herbert Rebscher betonte in diesem Zusammenhang, dass die DAK im ersten Quartal 2010 ganz im Gegenteil einen Überschuss von 31 Millionen Euro erwirtschaftet hätte. Auch Neuzugänge von 55.000 Versicherten seien zu verzeichnen gewesen. Die genannten 141.000 Kündigungen stellten gerade einmal 2,9 Prozent der DAK-Versicherten dar, der Verlust sei zwar schmerzlich, aber verkraftbar und nicht verwunderlich.

Krisenszenario beunruhigt Ersatzkassen

Trotz des Dementis von Seiten der DAK, entwarfen die übrigen im Verband der Ersatzkassen (vdek) organisierten Krankenkassen ein mögliches Krisenszenario im Falle einer tatsächlichen Pleite der DAK. Zu diesem Verband gehören neben der DAK weiterhin die Barmer GEK, die Hanseatische Krankenkasse, die Handelskrankenkasse (hkk), die KKH-Allianz und die Techniker Krankenkasse, insgesamt zählen sie rund 25 Millionen Versicherte.

Techniker Krankenkasse besonders besorgt

Die Financial Times berichtete kürzlich von einem Minus im Haushalt der DAK von rund 800 Millionen Euro, ausgehend von diesen Zahlen wächst die Beunruhigung unter den konkurrierenden Ersatzkassen, welche die DAK im Insolvenzfall auffangen müssten. Eine Sprecherin der Techniker Krankenkasse bemerkte, es wäre betriebswirtschaftlich betrachtet grob fahrlässig, sich angesichts der drohenden Risiken nicht über eine mögliche Insolvenz der DAK zu verständigen. Auf die Techniker Krankenkasse kämen als eine der größten gesetzlichen Krankenkassen Zahlungen von rund 600 Millionen Euro zu.

Gefährdung des gesamten Systems

Angesichts des erwarteten Defizits von rund elf Milliarden Euro im gesamten System der gesetzlichen Krankenkassen steigt der Reformbedarf rasant. Nach dem Scheitern der Kopfpauschale, will Gesundheitsminister Philipp Rösler eine Erhöhung der Zusatzbeiträge zu, Stopfen der Haushaltslöcher heranziehen. Im Gespräch sind Beträge zwischen 15 und 20 Euro pro Monat.