In den kommenden Tagen werden die Meldungen über private Krankenversicherungen, die ihre Beiträge anheben, vermutlich rapide zunehmen. Im Branchendurchschnitt erwarten Experten für 2011 ein Plus von rund sieben Prozent. Dass die neu kalkulierten Prämien auch deutlich darüber liegen können, beweist die Central Krankenversicherung. Bei ihr steigen die Prämien teils um bis zu 15 Prozent. Neukunden, die sich aufgrund der besseren und leichteren Zugangsmöglichkeiten für einen Wechsel in die PKV der Central entscheiden, müssen sogar bis zu 26 Prozent mehr berappen.

Betroffen sind vor allem die verkaufsstarken Haupttarife des Unternehmens, damit die Mehrheit der 1,8 Millionen Versicherten der Central. Die private Krankenversicherung hat zwar versucht, die Beitragserhöhung mit sogenannten Limitierungsmitteln ein wenig abzufedern. Unter dem Strich bleibt aber eine überdurchschnittliche Anpassung nach oben. Kunden, die jetzt ihre neue Abrechnung erhalten und vermutlich aus allen Wolken fallen, haben ein Sonderkündigungsrecht und die Möglichkeit, in einen anderen Tarif zu wechseln. Welche Alternative mehr Sinn macht, sollte in Ruhe mit einem unabhängigen PKV-Experten geklärt werden.

Denn ein Wechsel in einen preiswerteren Tarif einer anderen privaten Krankenversicherung mag vielleicht ein paar Euro sparen. Bedacht werden muss allerdings, dass in dem Fall eine neue Gesundheitsprüfung ansteht, die möglicherweise zu Leistungsausschlüssen oder Risikozuschlägen führt. Auch das Thema Altersrückstellung spielt bei einem PKV-Wechsel eine Rolle. Es gibt also mehr zu bedenken als nur den Preis. Da die Gesellschaften von sich aus eher selten einen anderen Tarif vorschlagen, lohnt es sich also, zu fragen, welche Optionen bestehen. Danach kann immer noch ein Beratungsgespräch und PKV-Vergleich vereinbart werden. Wenn daraufhin gekündigt wird, muss das Schreiben spätestens Ende 2010 bei der Versicherung vorliegen. Das gilt auch für Zusatzversicherungen, denn hier schlägt der Preishammer aktuell ebenfalls unerbittlich zu.