Die Gewinner und Verlierer der Zusatzbeiträge
Die Gewinner und Verlierer der Zusatzbeiträge

Der Zusatzbeitrag erregt schon seit Anfang des Jahres die Gemüter vieler Versicherter. Pro Monat gibt es eine Mehrbelastung von mindestens acht Euro für Versicherte einer Krankenkasse mit Zusatzbeitrag. Eine Statistik des Gesundheitsministeriums und der Kassenverbände zeigt nun, dass einige Krankenkassen durch die Einführung der Zusatzbeiträge unzählige Mitglieder verloren haben. Besonders betroffen davon sind die Ersatz- und Betriebskrankenkassen. Den Daten zufolge haben die Ersatzkassen bis Anfang Juni 60.000 Versicherte verloren, im Juni selbst weitere 59.000. Gesetzliche Versicherungsträger hingegen, die keinen Zusatzbeitrag erhoben haben, gehen in dieser Mitgliederwanderung als Sieger hervor. So konnten die AOK und die Techniker Krankenkasse Hunderttausende neue Mitglieder gewinnen.

hkk Bremen triumphiert

Der Konkurrenzkampf unter den Krankenkassen ist somit wieder angeheizt. Während die DAK mit einem Mitgliederverlust von knapp 241.000 Versicherten kämpft, profitieren andere Krankenkassen enorm von den wechselnden Versicherten. So konnte die hkk aus Bremen ein Plus von 7,2 Prozent verzeichnen. Aufmerksamkeit erregte die 233.000 Mitglieder zählende Krankenkasse nicht durch Zusatzbeiträge, sondern durch die Ankündigung einer Prämienzahlung an die Versicherten.

BKK Gesundheit erleidet schwere Verluste

Den größten Nutzen aus der Wechselwelle konnte allerdings die Techniker Krankenkasse ziehen. Sie konnte ihre Mitgliederzahl um 238.000 Versicherte steigern und zählt nun 5,2 Millionen Mitglieder. Ganz besonders schwer getroffen hat es hingegen die BKK Gesundheit. Sie verlor fast 20 Prozent ihrer Mitglieder. Der Druck auf die Versicherungsunternehmen wächst. Immer mehr Krankenkassen überdenken eine Fusion. Erst kürzlich hatten die DAK und die BKK Gesundheit Pläne einer Fusion angekündigt. Die Verhandlungen sind jedoch vorzeitig abgebrochen worden. Auch wenn das Bündnis der beiden Krankenkassen gescheitert ist, rechnen Gesundheitsexperten noch nicht mit einem Abriss der Fusionswelle.

Möglicher Einstieg in die Kopfpauschale

Der Zusatzbeitrag wird oft als Vorläufer der Kopfpauschale gehandelt. Obwohl sich die Regierung eigentlich gegen die Kopfpauschale ausgesprochen hat, scheint diese nun greifbar nahe. Neben der Erhöhung der Beiträge der gesetzlichen Krankenversicherung, will die Bundesregierung ab 2011 auch die Begrenzung der Zusatzbeiträge abschaffen. Für die Krankenkassen heißt das: Keine Pflicht mehr zur Einkommensprüfung, keine Bremse beim Zusatzbeitrag. Dennoch müssen die Versicherten nicht für den gesamten Beitrag aufkommen. Zusatzbeiträge, die über die zwei-Prozent-Grenze hinausgehen, sollen durch einen Steuerausgleich kompensiert werden.

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