Die umstrittene PID ist in engen Grenzen zugelassen

Die umstrittene PID ist in engen Grenzen zugelassen

Die PID kommt bei k├╝nstlicher Befruchtung zum Einsatz. Die Embryonen aus dem Reagenzglas k├Ânnen ├╝berpr├╝ft werden, bevor sie in die Geb├Ąrmutter der Frau eingesetzt werden. Grunds├Ątzlich bleiben diese Untersuchungen verboten. Wenn aber bei den Eltern genetische Anlagen  vorhanden sind, die eine schwere Erbkrankheit des Kindes oder aber eine Tot- oder Fehlgeburt wahrscheinlich machen, d├╝rfen die Embryonen untersucht werden. Die Paare m├╝ssen sich beraten lassen, au├čerdem muss eine Ethikkommission dem Verfahren zustimmen. Die Debatte war dem Thema angemessen. Die Abgeordneten gingen mit den jeweils Andersdenkenden ├Ąu├čerst respektvoll um. Es gab kaum Zwischenrufe oder Fragen. Der Entwurf f├╝r die PID passierte mit 326 Stimmen den Bundestag. 260 Abgeordnete waren f├╝r ein strenges und totales Verbot der PID ohne Ausnahmen, acht Abgeordnete wollen sich nicht festlegen und enthielten sich der Stimme.

Pro und Kontra in 40 Redebeitr├Ągen  

Die Argumente der Redner bewegten sich im Grunde um zwei zentrale Punkte. Die Bef├╝rworter sagten, dass ein Verbot der PID im Gegensatz zur Pr├Ąnataldiagnostik stehe. Mit diesen gesetzliche Vorgaben ist es in Ausnahmef├Ąllen m├Âglich, Kinder noch sehr sp├Ąt abzutreiben. Die Gegner wiesen darauf hin, dass die PID im Widerspruch sowohl zum Embryonenschutz als auch dem Gendiagnostikgesetzt stehe. Das Embryonenschutzgesetz l├Ąsst nur drei befruchtete Eizellen zu, f├╝r die PID werden aber mindestens acht Embryonen ben├Âtigt. Das Gendiagnostikgesetz untersagt eine Untersuchung auf Krankheiten, die sich erst sp├Ąter herausbilden.

Genaue Definition der Anwendung steht noch aus

Doch letztlich setzen sich die Bef├╝rworter der PID durch. Der Fraktionsvorsitzende der CDU/CSU, Johannes Singhammer (CSU) bef├╝rchtet, dass es nach der Entscheidung weitere langwierige Debatten um die ethischen Grundlagen geben wird. Er selbst sei sehr entt├Ąuscht von der Entscheidung. "Die Entscheidung ist wie ein Seebeben", sagte er der Nachrichtenagentur dpa. Die Entscheidung im Bundestag wird seiner Auffassung nach noch weitere Auswirkungen auf mehrere Einzelgesetze haben. Vor allem ist es bisher v├Âllig ungekl├Ąrt, welche "schwerwiegenden Erkrankungen" die Anwendung der PID erlauben sollen. Eine genaue Definition konnten die PID-Bef├╝rworter nicht liefern.

Katholische Kirche bedauert Zustimmung zur PID

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch aus Freiburg, sieht auch hier die gro├čen Gefahren. "Wir bedauern die Entscheidung zutiefst", so sein Statement. Doch nun w├╝rde die katholische Kirche mit gro├čem Nachdruck darauf bestehen, dass die Ausnahmef├Ąlle genau benannt, definiert und eng begrenzt werden. Wie viele der Gegner bef├╝rchte der Erzbischof einen  Dammbruch. Deshalb m├╝sse in der Auskleidung des Gesetzes eine willk├╝rliche Anwendung ausgeschlossen werden.

Evangelische Kirche bewertet die Diskussion positiv  

Diese Gefahr sieht auch Frank Otfried July, der Bischof der Evangelischen Landeskirche W├╝rttemberg. Er bedauert die Entscheidung der Politik ebenfalls. "Ich bef├╝rchte, dass aus der engen Begrenzung der Voraussetzung mit der Zeit doch eine stetige Erweiterung der Kriterien wird." Doch sei diese Entscheidung demokratisch gefallen und m├╝sse deshalb respektiert werden. Es war seiner Ansicht mach ein konstruktiver Prozess. Es sei f├╝r die Gesellschaft wichtig und gut gewesen, ├╝ber ein so existenziell bedeutsames Thema nachzudenken.

Entscheidung f├╝r das Leben

Die Familienministerin in Rheinland-Pfalz, Irene Alt von den Gr├╝nen, h├Ąlt den Entschluss f├╝r eine "Entscheidung f├╝r das Leben". Viele Paare, die sich bisher wegen ihrer genetischen Belastung gegen Kinder entschieden h├Ątten, k├Ânnten sich nun doch ihren Kinderwunsch erf├╝llen. Die Organisation pro familia geht sogar noch einen Schritt weiter. Man h├Ątte sich noch weitergehende Zulassungen gew├╝nscht. Allen Kritikern, die nun bef├╝rchten, dass Eltern nun nur perfekte Babys bekommen wollen, sagt der Frank Ulrich Montgomery, der Pr├Ąsident der Bundes├Ąrztekammer: "Mit uns wird es kein Designerbaby geben."

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Ich bin als Online-Redakteurin f├╝r das 1A Verbrauchermagazin t├Ątig und habe mich auf Themen der demografischen Entwicklung wie Altersvorsorge und Pflegebed├╝rftigkeit und Leben im Alter spezialisiert.