Discount-Tarife beim Wechsel in die PKV meiden
Discount-Tarife beim Wechsel in die PKV meiden

Gesetzlich oder privat? Das ist die Frage, die sich viele Beamte, Selbständige und gutverdienende Angestellte stellen. Beide Systeme haben Ihre Vorteile. Die private Krankenversicherung (PKV) überzeugt durch umfangreiche Leistungen, die gesetzliche Krankenkasse (GKV) durch die Familienversicherung. Ein Wechsel sollte nicht unüberlegt erfolgen, rät Finanztest vor allem Selbständigen und Angestellten. Beamte mit Anspruch auf Beihilfe sind in der privaten Krankenversicherung meist gut aufgehoben. Andere Berufsgruppen sollten sich den Wechsel genau überlegen, denn die Rückkehr in die gesetzliche Krankenkasse ist nur unter bestimmten Bedingungen möglich. Vorsicht ist geboten bei sogenannten Billig-Tarifen.

Lohnen PKV-Tarife ab 59 Euro?

Lockangebote für unter 100 Euro sind beliebte Maßnahmen der Branche, um Neukunden zu gewinnen. Doch bei solchen Angeboten ist Vorsicht geboten. Diese Tarife sind so kalkuliert, dass sie bei Versicherungsbeginn günstig sind. Das wird im Laufe der Jahre dann durch überdurchschnittlich steigende Beiträge ausgeglichen. Das heißt: Wer einen Discount-Tarif abschließt, spart kurzfristig ein paar Euro, zahlt aber nach einigen Jahren schon kräftig drauf. Einige Anbieter verzichten bewusst auf Dumpingtarife.

Krankenversicherung für Angestellte und Beamte

Je nach Alter und Gesundheitszustand ist die private für junge Menschen oft eine günstige Variante. Das Geschlecht ist zwar ebenfalls ausschlaggebend, doch solche Tarife dürfen bald nicht mehr angeboten werden. Ab 2013 gibt es Unisex-Tarife, die für Männer eher teurer werden als derzeitige Tarife, die Beiträge auch nach Geschlecht kalkulieren. Angestellte haben übrigens auch in der PKV Anspruch auf Arbeitgeberzuschuss. Beamte erhalten Beihilfe vom Dienstherrn zu den Behandlungskosten, so dass sie eine private Krankenversicherung nur über das übrige Risiko abschließen müssen. Da ist die private fast immer die bessere Wahl, da in der gesetzlichen Krankenkasse der volle Beitrag erhoben wird.

Geringverdienende Selbständige

Am schwierigsten ist die Entscheidung über gesetzlich oder privat wohl für Selbständige. Sie verdienen nur unregelmäßig und nicht selten sogar wenig Geld, vor allem in der Anfangsphase der Existenzgründung. Viele fragen sich, was bei Wegfall der Einkünfte passiert. Das gängigste Argument in der GKV ist:  Wer wenig verdient, zahlt auch weniger. Im Prinzip stimmt das, aber es gibt auch einen Mindestbeitrag. Der beträgt in der Regel rund 285 Euro im Monat (14,9 % der Mindestbemessungsgrundlage). Aber selbst mit einer Beitragsermäßigung sind es noch um die 190 Euro.

Reform: PKV 2011 wechseln

Wer als Angestellter im Jahr 2010 über der Versicherungspflichtgrenze (damals 49.950 Euro/Jahr) verdient hat, kann 2011 sofort einen PKV-Wechsel durchführen. Lange galt eine Wartefrist von drei Jahren, doch eine Sonderregelung durch die Gesundheitsreform macht es möglich. Angestellte mit einem solchen Verdienst zahlen in der gesetzlichen Krankenkasse den Maximalbeitrag von derzeit rund 300 Euro im Monat (nur Arbeitnehmeranteil).

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