DKV verlangt Gesetze für den PKV-Wettbewerb
DKV verlangt Gesetze für den PKV-Wettbewerb

Ausgerechnet die privaten Krankenversicherungen (PKV) verlangen Gesetzte für ihren eigenen Wettbewerb. Der Vorsitzende der Deutschen Krankenversicherung (DKV) Dr. Clemens Muth forderte staatliche Vorgaben für den Konkurenzkampf auf dem PKV-Markt. Lockangebote wie billige Tarife mit schlechten Leistungen müssten verhindert werden, um die Versicherten zu schützen. Zudem sprach sich Muth entschieden gegen überzogene Provisionszahlungen für die Vermittlung von PKV-Verträgen aus. Kritik übte er auch an der Praxis einiger Vermittler, welche Kunden zu Kündigungen drängen, um sie in einer bestimmten Krankenversicherung unterzubringen. Zwar lehnen viele private Krankenversicherungen solche Praktiken ab, jedoch konnte aufgrund des Kartellrechtes bisher keine bracheneinheitliche Lösung gefunden werden. Hat die DKV nur gute Absichten oder sieht sie ihre eigenen Fälle davonschwimmen? Anfang 2010 hatte der privat Versicherer die Prämien im Durchschnitt um 7,9 Prozent angehoben. Danach sank die Zahl der Vollversicherten um 1,6 Prozent auf 911.298 Personen. Bei den Krankenzusatzversicherungen wurde zudem ein Rückgang um 0,6 Prozent auf 3,4 Millionen Versicherte verzeichnet.

Mindestleistungen für Tarife gefordert

Clemens Muth erklärte, er würde es begrüßen, wenn eine Form von Mindestleistungen für die private Vollversicherung bestehen würde. Zwar seien die Kosten für eine private Krankenvollversicherung abhängig vom Eintrittsalter des Versicherten und dem gewählten Selbstbehalt, der monatliche Beitrag sollte aber gut dreistellig sein.

Gegen Billigangebote zum Kundenfang

Nicht jeder Versicherte gehöre zum Kundenkreis der PKV, so Muth. Die privaten Krankenversicherungen hätten die Verantwortung manchen Kunden mitzuteilen, dass es für sie besser sei in der gesetzlichen Krankenversicherung zu verbleiben. Er verurteilte zudem die Billigangebote einiger Versicherer. Einzelne Unternehmen würden extrem günstige PKV-Tarife anbieten, um neue Kunden zu gewinnen. Die Policen enthielten jedoch oftmals nur einen sehr geringen Leistungsumfang und könnten später zu Beitragsexplosionen führen. Gerade für finanzschwache Kunde sei dies sehr heikel.

PKV kommt ohne Vorgaben nicht aus

Gesetzliche Vorgaben und Bestimmungen durch die Finanzaufsicht BaFin seien notwendig, um den teilweise ruinösen Wettbewerb in der privaten Krankenverischerung stoppen zu können. Auch mit den überzogenen Provisonszahlungen für die Vermittlung von PKV-Verträgen müsse Schluss sein. Bisher hat das Kartellrecht eine einheitliche Lösung jedoch verhindert. Muth räumte ein, dass die Forderung nach gesetzlicher Hilfe zwar heikel sei, jedoch könne es ohne sie nicht gehen. Es sei wichtig, dass man auf Missstände aufmerksam mache, die letztendlich das gesamte Geschäftsmodell der privaten Krankenversicherung belasten würden.