Der kommende Samstag könnte ein wichtiger Tag für die gesetzliche und private Krankenversicherung werden. Am 24. November findet in Köln der 4. Bundeskongress für Privatmedizin statt, zu dem zahlreiche wichtige Vertreter aus Politik und Ärzteschaft erwartet werden. Unter dem Motto “Privatmedizin nach 2013 – Fusion mit der GKV oder Bewahrung der Eigenständigkeit?” wird das bisherige duale Krankenversicherungssystem in Deutschland zur Diskussion stehen. Bereits im Vorfeld des Kongresses wurden verschiedene Stimmen laut, die sich sowohl für als auch gegen einen einheitlichen Krankenversicherungsmarkt aussprechen.

Gleichwertige Behandlung für alle

Eröffnet wird der Kongress mit kurzen Vorträgen verschiedener Politiker und Gesundheitsexperten. Unter der zentralen Frage “Ein einheitlicher Krankenversicherungsmarkt – das Ende der PKV?” folgt im Anschluss eine offene Podiumsdiskussion. Marlis Bredehorst, Staatssekretärin im Ministerium für Gesundheit in NRW und Referentin auf dem Bundeskongress, findet bereits klare Worte zu dieser Problematik: „Das Land Nordrhein-Westfalen lehnt ein System der Zwei-Klassen-Medizin ab und setzt sich deshalb für einen einheitlichen Krankenversicherungsmarkt in Deutschland ein.“ Für sie steht vor allem ein Ende der Ungleichbehandlung zwischen gesetzlich und privat Versicherten sowie eine einheitlich Vergütung für Ärzte und Ärztinnen im Vordergrund. Der PKV Verband sieht dagegen durch die Bürgerversicherung eine 2-Klassen-Medizin sogar gestärkt.

Reformbedarf in der GKV und PKV

Dr. Thomas Drabinski, Gesundheitsökonom an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, sieht hingegen keinen Grund, das duale System in Frage zu stellen: “Das deutsche duale Gesundheitssystem ist seit Jahrzehnten bewährt und stellt für die gesamte Bevölkerung das medizinisch notwendige Versorgungsniveau zur Verfügung, in der PKV auch zum Teil weit darüber hinaus.” Sein Ansatz liege vielmehr darin, die GKV an die veränderten demografischen Veränderungen anzupassen und die PKV zu einem Pfeiler in der sozialen Marktwirtschaft weiterzuentwickeln.

Reduzierung der Leistungen auf ein Minimum

Auch seitens der Bundeszahnärztekammer (BZÄK) spricht man sich gegen ein einheitliches Versicherungssystems aus. Der Präsident Dr. Peter Engel betont: “Jeder Bürger hat eine hochwertige zahnmedizinische Versorgung auf aktuellem wissenschaftlichem Stand verdient.” Er fordert, dass das duale System unbedingt erhalten werde, da sonst die ärztliche Therapiefreiheit stark eingeschränkt wäre und die Leistungen auf ein Minimum reduziert würden.