Elektronische Gesundheitskarte kommt im Oktober 2011
Elektronische Gesundheitskarte kommt im Oktober 2011

Im Januar 2006 kam erstmals der Vorschlag einer elektronischen Gesundheitskarte. Es gab viele Diskussionen zu diesem Thema und auch die Bedenken von zahlreichen Ärzten und Datenschützern führten dazu, dass die Umsetzung dieses Projekts fast sechs Jahre gedauert hat. Gestern einigten sich die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), der Spitzenverband Bund der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) und die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV), dass die elektronische Gesundheitskarte ab mit Ende des dritten Quartals schrittweise eingeführt werden soll. Damit die Karte ab Oktober 2011 erfolgreich an den Start gehen kann, sind nun alle Praxen dazu aufgefordert, die entsprechende Lesegeräte für die Karten zu beschaffen und zu installieren.

Erstattung der Kosten durch Krankenkassen

Durch die Anschaffung der neuen Lesegeräte werden die Praxen mit enorm hohen Kosten belastet. Daher haben KBV,  KZBV und der GKV-Spitzenverband beschlossen, dass die gesetzlichen Krankenkassen einen Pauschalbetrag für die neuen Geräte an die Praxen auszahlen werden. Demnach werden für die stationären Lesegeräte 355 Euro, für die Installation 215 Euro und für mobile Lesegeräte 280 Euro zur Verfügung stehen.

Kritik an Datensicherheit

Neben den hohen Kosten für die Lesegeräte, steht die elektronische Gesundheitskarte auch wegen der Datensicherheit in der Kritik. Prinzipiell soll sie die Kommunikation zwischen den Ärzten erleichtern, da die Krankenakte und die Stammdaten des Patienten auf der neuen Karte gespeichert sind. Doch viele Ärzte warnen schon jetzt vor einem “Gläsernen Patienten”. Jedem sollte bewusst sein, dass Daten, die auf einem zentralen Server gespeichert sind, nur selten vollständig sicher vor unerwünschten Zugriffen sind.Vorerst sind allerdings nicht alle Daten auf der Karte enthalten. Nur die abgespeckte Version war nach jahrelangem Streit konsensfähig. Langfristig sollen weitere Daten über die eGK abrufbar sein.

Ärztekammer befürwortet neue Krankenkarte

Die Ärztekammer hingegen spricht sich für die elektronische Gesundheitskarte aus. Sollte sich bei einem Versicherten der Familienstatus ändern, so musste bisher immer eine neue Krankenkarte beantragt werden. Diese unnötigen Kosten können mit der neuen Gesundheitskarte gespart werden. Auch bei längerer Abwesenheit des Hausarztes könnten wichtige Informationen wie beispielsweise bei einem Krankenhausaufenthalt mithilfe der Karte abgerufen werden.

Erst 2013 erfolgt vollständige Umstellung

Die elektronische Gesundheitskarte bringt zwar viele Kritikpunkte mit sich, hat sie doch aber gleichzeitig viele Vorteile. Es sollen unter anderem Verwaltungskosten gespart, doppelte Untersuchungen vermieden und wichtige Information über den Patienten sofort abrufbar werden. Das System in den Arztpraxen wird jedoch nicht im Oktober dieses Jahres vollständig umgestellt werden. Erst ab 2013 ist ein Besuch bei einem Mediziner nur noch mit der elektronischen Gesundheitskarte möglich. Bis dahin können alle Versicherten auch noch die reguläre Chipkarte ihrer Krankenkasse benutzen.