Umfrage: Online-Abschluss der Versicherung immer beliebter
Umfrage: Online-Abschluss der Versicherung immer beliebter

Die Politik fordert schon seit langem mehr Transparenz und Qualität in der Pflege. Einen eigenen Weg will dazu jetzt die Marseilles-Kliniken AG gehen: Die Angehörigen sollen sich via Internet zu jeder Zeit über den Gesundheitszustand ihrer Familienmitglieder in den Pflegeeinrichtungen informieren können. Dem Unternehmen unterstehen 58 Pflegeheime und drei Einrichtungen zum betreuten Wohnen. Das Ziel sei es, die Pflegeeinrichtungen und Pflegemaßnahmen durchschaubarer zu gestalten, heißt es von Ulrich Marseilles, dem Firmen-Gründer. Vorstandsmitglied Axel Regenhardt sieht die Entwicklung ebenfalls positiv: „Was der Angehörige sonst nur vor Ort im Gespräch erfährt, ist nun jederzeit und von überall einsehbar.“ So kann man sich beispielsweise auch im Urlaub oder auf Geschäftsreise über den Gesundheitszustand eines Angehörigen informieren.

Medizinisch relevante Daten zur Verfügung gestellt

In der elektronischen Akte der Pflegebedürftigen werden alle medizinischen Daten festgehalten, die auch der Medizinische Dienst der Krankenversicherung (MDK) bei der Überprüfung der Pflegeeinrichtungen kontrolliert, erklärt Regenhardt. Dabei handelt es sich um die Werte der Körpertemperatur, des Blutdrucks, des Pulses, des Blutzuckers und des Gewichtes. Doch auch zeitliche Abläufe von Pflegemaßnahmen können eingesehen werden. Dazu gehören unter anderem das Verabreichen von Medikamenten, die Körperhygiene oder das Verhindern von Wundliegen.

Datenschutz kommt nicht zu kurz

( Werbemittel: ADD-NEWS-CONTENT-12 )Doch nicht nur medizinische Daten werden in den elektronischen Akten vermerkt, auch die Teilnahme an Aktivitäten, wie etwa der Weihnachtsfeier, können eingesehen werden. Viele haben da Bedenken, dass es sich um eine 24-stündige Überwachung handeln könnte, doch Axel Regenhardt versichert, dass dies alles ohne Verletzung des Datenschutzes geschieht. Die Heimbewohner geben mit einer Unterschrift ihr Einverständnis zu allen Einträgen in die Pflegeakte. Die Ärzte werden dafür von ihrer Schweigepflicht entbunden. Auch die Online-Datenübertragung erfolgt so sicher wie möglich und lässt über modernste Verschlüsselungen und dezentrale Server so wenig Spielraum wie möglich für einen Missbrauch der Daten.

Transparenz und Qualität werden gestärkt

Für Ulrich Marseilles sind die Online-Pflegeakten ein Schritt in die richtige Richtung, um die Pflegequalität in Deutschland zu verbessern. Ebenso sieht dies auch Prof. Adelheid Kuhlmey, Altersforscherin des Instituts für Medizinische Soziologie an der Charité Berlin: „Die Online-Plattform verbessert deutlich die Kommunikation und Transparenz zwischen den Angehörigen, der Einrichtung und allen am Pflegeprozess Beteiligten“. Die Angehörigen haben dabei eine Funktion, um den Leistungsdruck auf die Pflegeeinrichtungen zu verstärken: „Die Marseille-Kliniken lassen sich so täglich an ihrer Leistung in den Häusern messen, denn durch eine regelmäßige Nutzung des Portals üben die Angehörigen eine zusätzliche permanente Kontrollfunktion aus.", so Kuhlmey.