Forschung: Bluttest hilft bei Familienplanung
Forschung: Bluttest hilft bei Familienplanung

Noch vor 50 Jahren lag das Durchschnittsalter von Frauen bei ihrer ersten Geburt bei 25 Jahren. Studien beweisen jedoch, dass junge Frauen die Familiengründung immer öfter zurückstellen und sich auf ihre berufliche Karriere konzentrieren. Nicht selten versuchen Frauen noch im höheren Alter den Nachwuchs „nachzuholen“, doch ab einem bestimmten Alter setzen im weiblichen Organismus die Wechseljahre ein. Dieser Zeitpunkt ist von Frau zu Frau unterschiedlich und nicht genau vorher zu bestimmen. Eine Studie der iranischen Wissenschaftlerin Fahimeh Ramezani Tehrani könnte jetzt eine neue Methode hervorbringen, den Beginn der Menopause annähernd vorauszusagen. Die Forscherin und ihr Team untersuchten dafür zwölf Jahre lang 266 Frauen im Alter zwischen 20 und 49 Jahren. Sie kamen anhand von Bluttests zu der Erkenntnis, dass die Konzentration des sogenannten Anti-Müller-Hormons (AMH) im Blut ein Anzeichen dafür sein könnte, wann die Wechseljahre etwa einsetzen.

Prognose der Menopause möglich

Durch die 1998 gestarteten Untersuchungen ist es dem Forscherteam gelungen, ein statistisches Modell zu entwickeln, das die Konzentration des Hormons mit dem Alter bei Eintritt der Menopause zuordnet. Demnach müssten bei Frauen, die mit 20 Jahren einen AMH-Wert von 2,8 Nanogramm pro Milliliter aufweisen, die Wechseljahre zwischen 35 und 38 Jahren eintreten. Bei einer Konzentration von 4,5 Nanogramm pro Milliliter vermuten die Forscher eine eher späte Menopause im Alter von 52 Jahren.

Die Prognosen der iranischen Forschergruppe wichen meist nur um vier Monate vom tatsächlichen Eintrittsalter ab. Bei wenigen Frauen hat sich das Team um höchstens vier Jahre verschätzt. Ihre Ergebnisse präsentiert die Wissenschaftlerin der Universität für Medizinwissenschaften in Teheran an diesem Montag auf dem 26. Kongress der „European Society of Human Reproduction and Embryology“ in Rom.

Weitere Forschung notwendig

Immer mehr erwerbstätige Frauen entscheiden sich im Laufe ihrer beruflichen Entwicklung gänzlich gegen Nachwuchs. Das unerwartet frühzeitige Einsetzen der Wechseljahre sowie die Entscheidung gegen eine Familiengründung ist eine Ursache für die ungünstige Geburtenentwicklung in Deutschland. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts hat sich die Anzahl der jährlichen Geburten in Deutschland seit 1965 fast halbiert.

Diese neue Methode, die mithilfe eines Bluttests den Eintritt der Menopause ermitteln kann, könnte für viele Frauen hilfreich sein, die sich bei ihrer Familienplanung noch unschlüssig sind. Die Forscher wiesen bei der Präsentation ihrer Studie allerdings darauf hin, dass ihre Ergebnisse nur auf einer geringen Teilnehmerzahl beruhen und durch weitere Studien gesichert werden müssen. Sie erhoffen sich unabhängig davon eine möglichst zuverlässige Umsetzung in der Praxis.