Fusion Barmer GEK: GEK-Versicherte im Nachteil
Fusion Barmer GEK: GEK-Versicherte im Nachteil

Die Leistungen, die von der neuen Barmer GEK angeboten werden, sind eine Mischung aus den Leistungen der beiden fusionierten Kassen. Das bedeutet offenbar sowohl Vorteile für die eine Versichertengruppe als auch Nachteile für die andere. Ursprünglich wurde allerdings im September durch den Sprecher der Gmünder Ersatzkasse (GEK) Kai Behrens erklärt, dass das Service- und Leistungsniveau der GEK nach der Fusion erhalten bleiben solle. Es wurde sogar mit einer Verbesserung des Leistungsangebots beider Kassen gerechnet. Laut Stiftung Warentest bringen die Fusionen jedoch nicht immer Vorteile.

Nachteile für GEK-Versicherte

Besonders deutliche Veränderungen für die Versicherten der beiden fusionierten Kassen gab es vor allem im Rahmen der hausarztzentrierten Versorgung, des Hautchecks und der Reiseimpfungen. Die hausarztzentrierte Versorgung beschreibt die Möglichkeit sich für ein Jahr an einen Hausarzt zu binden und keine Fachärzte ohne Überweisung aufzusuchen.

Die Vorteile für die Teilnehmer an diesem Programm sind, dass sie häufig eine niedrigere Praxisgebühr zu zahlen haben oder unter Umständen eine Prämie bekommen. Auch Abendsprechstunden und verkürzte Wartezeiten wurden im Zuge der hausarztzentrierten Versorgung häufig angeboten. Im Leistungsangebot der Barmer GEK gibt es die hausarztzentrierte Versorgung jedoch zunächst nicht mehr. Da diese Form der Versorgung bei den GEK-Versicherten ein Teil des Leistungsangebotes war, bedeutet das Verschwinden dieser Leistung für sie eine Verschlechterung. Für die Versicherten der Barmer bedeutet das Nicht-Vorhandensein der hausarztzentrierten Versorgung keine Veränderung.

Vorteile für Barmer-Versicherte

Gesetzlich vorgeschrieben ist, dass Versicherte ab dem 35. Lebensjahr alle zwei Jahre ein Hautscreening in Anspruch nehmen können. Die Versicherten der GEK konnten bereits vor Erreichen dieser Altersgrenze einmal jährlich die Möglichkeit zum speziellen Hautcheck nutzen. Nach der Fusion zur Barmer GEK wird das Hautscreening nun alle zwei Jahre angeboten. Die Altersbeschränkungen sind dabei nun teilweise aufgehoben. Für ehemalige GEK-Versicherte bedeutet auch das einen Nachteil. Die neue Regelung bei der Barmer GEK ist für die Barmer- Versicherten jedoch vorteilhaft.

Ein weiterer Nachteil für die GEK- Versicherten ist die Veränderung bezüglich der Reiseimpfungen. Ihnen wurden vor der Fusion viele Impfungen bezahlt. Mit der Fusion zur Barmer GEK entfällt die Kostenübernahme von Reiseimpfungen. Weitere Einbußen müssen die ehemaligen GEK-Versicherten bei der häuslichen Krankenpflege hinnehmen.

Krankenkassenvergleich der Stiftung Warentest

Stiftung Warentest hatte die Veränderungen für die Versicherten der Barmer GEK untersucht. Die Großkrankenkasse entstand am 1. Januar 2010 durch die Fusion der Barmer Ersatzkasse und der Gmünder Ersatzkasse. Die neue Barmer GEK stellt mit derzeit 8,6 Millionen Versicherten die größte Krankenkasse Deutschlands dar. Stiftung Warentest untersuchte im Rahmen des Vergleichs die Satzungen der alten Krankenkassen Barmer und GEK sowie die des neuen Kassenriesen Barmer GEK.