Kräfte zu bündeln zählt auch in den Reihen der gesetzlichen Krankenkassen zu den effektivsten Methoden, sich den Herausforderungen der Zukunft zu stellen und – was im Gesundheitswesen umso wichtiger ist – die Ausgaben zu drosseln. Nachdem bereits mehrere Fusionen reibungslos über die Bühne gegangen sind, folgen jetzt die Deutsche Angestellten Krankenkasse (DAK) und die BKK Gesundheit. Ab 2012 wird aus den beiden Krankenkassen die DAK Gesundheit. Sie vertritt dann 6,6 Millionen Mitglieder. Der Stern spricht angesichts dieser Zahl von einer „Mega-Kasse“.

Die DAK bringt 5,6 Millionen Versicherte mit ins Boot, die BKK Gesundheit als derzeit größte Betriebskrankenkasse steuert eine Million bei. In der Summe landet die DAK Gesundheit mit 5,1 Millionen Mitgliedern plus den mitversicherten Familienangehörigen auf Platz drei in der GKV-Rangliste. Gesteuert werden die Aufgaben der neuen Krankenkasse künftig von Hamburg aus. Ziele der Fusion: eine bessere Positionierung am Markt, ein größter Marktanteil und damit auch mehr Potenzial bei Verhandlungen mit den Leistungserbringern.

Nötig haben es beide Krankenkassen. Sie gehören zu den GKV, die einen Zusatzbeitrag erheben und dadurch spürbar an Mitgliedern verloren haben. Durch den Zusammenschluss können die Ausgaben vor allem im Verwaltungsbereich gedrosselt werden. Schließlich bedarf es künftig weniger Geschäftsstellen. Dem Druck, auf die Kostenbremse zu treten, unterliegen derzeit viele gesetzliche Krankenkassen, weiß auch der GKV-Spitzenverband. Eine Sprecherin erklärte: „Vielen Kassen bleibt nur, sich einen Fusionspartner zu suchen.“ Wie sehr der Markt sich in den vergangenen Jahren ausgedünnt hat, beweisen die Fakten: In den 90er Jahren waren über 1.000 GKV aktiv, jetzt sind es knapp einhundert.

Statt zu fusionieren – wie zuvor die IKK-Classic und die Vereinigte IKK – bliebe vielen Kassen nur der Weg über den Zusatzbeitrag, um über die Runden zu kommen. Mit dieser Lösung kommen die GKV jedoch nicht weit. Viele Kunden würden sich nach einer günstigeren Alternative umsehen. Daher haben sich auch BKK Gesundheit und DAK zum Zusammenschluss durchgerungen. Für die Versicherten soll die Fusion übrigens keinerlei Aufwand mit sich. Die Krankenversicherungskarten bleiben weiterhin gültig.