Fusion zwischen DAK und BKK Gesundheit ist gescheitert
Fusion zwischen DAK und BKK Gesundheit ist gescheitert

Anfang Juli hatten DAK und BKK Gesundheit ihre Absicht zu einer Fusion angekündigt. Die beiden gesetzlichen Krankenkassen sind offensichtlich finanziell nicht optimal aufgestellt. Beide Unternehmen erheben einen Zusatzbeitrag. Deshalb sind sie in noch größere Schwierigkeiten geraten, denn viele Mitglieder sind zu anderen Krankenkassen abgewandert. Es soll bei der BKK Gesundheit 20 Prozent und bei der DAK fünf Prozent “Mitgliederschwund” gegeben haben. Die Fusion hätte in die Landschaft gepasst. Experten sind der Meinung, dass die große Zahl der deutschen gesetzlichen Krankenkassen kein Vorteil ist. Es entstehen unnötige Kosten und die Bündelung der Ressourcen wird verhindert. Seit der Einführung des Gesundheitsfonds am 01. Januar 2009 rollt eine riesige Fusionswelle. Zu diesem Zeitpunkt gab es noch über 200 Krankenkassen, Ende Mai 2010 waren es nur noch 166.

Abbruch der Verhandlungen  

Doch die Fusionsgespräche zwischen der DAK und der BKK Gesundheit sind abgebrochen worden. Eine wirklich schlüssige Erklärung gab es nicht. “Am Ende haben wir festgestellt, es passt nicht,” so die lapidare Erklärung eines DAK-Sprechers. Die BKK Gesundheit ließ erklären, dass man es zum jetzigen Zeitpunkt der Eingeständigkeit den Vorzug gegeben habe. Man könne aber nicht ausschließen, dass man sich mit dem Thema DAK noch einmal beschäftigen könnte.

Weitreichende Verpflichtungen möglich

Die Fusionsabsichten hatten auch bei den anderen Ersatzkrankenkassen für Irritationen gesorgt. Dabei ging es vor allem um Unwägbarkeiten bei Haftungssituationen. Einem Bericht der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) zufolge hätten die Ersatzkassen nicht nur bei finanziellen Problemen der neuen DAK Gesundheit in die Bresche springen müssen. Auch für finanzielle Schieflagen der Betriebskrankenkassen hätte man Verantwortung übernehmen müssen. Die BKK Gesundheit steht in solchen Fällen möglicherweise noch jahrelang in der Verantwortung. Für die Verantwortlichen war es deshalb wohl zweifelhaft, ob eine Fusion tatsächlich positive Auswirkungen haben könnte.

Fusionen gehen weiter

Doch trotz dieses Misserfolges glauben Experten nicht an ein Ende der Fusionswelle. Die Landschaft der gesetzlichen Krankenkassen ist trotz zahlreicher Fusionen immer noch zersplittert. Es gibt beispielsweise mehr als 120 Betriebskrankenkassen, die oft sehr klein sind. Vielfach gilt, dass die Größe einer Krankenkasse ausgesprochen wichtig ist bei Preisverhandlungen mit den Leistungserbringern, mit Ärzten, Krankenhäusern und Pharmafirmen. Kleinere Krankenkassen, die vor allem regional gut aufgestellt sind, bestreiten dies allerdings, z.b. die BKK Essanelle. Die Zusammenschlüsse werden also weitergehen. Fachleute erwarten, dass es mittelfristig gesehen noch zwischen 30 und 50 gesetzlichen Krankenkassen geben wird.

Gesundheitsreform bremst Fusionen

Eine große Fusion ist nun gescheitert. Auf den Internetseiten der DAK und der BKK Gesundheit gibt es auch kaum plausible Erklärungen. Man habe die Verhandlungen einvernehmlich ohne Ergebnis beendet, heiß es bei der DAK. Vielleicht hat die Gesundheitsreform, die ja eigentlich nur eine Erhöhung der Beiträge gebracht hat, zum Scheitern der Gespräche beigetragen. Der Fusionsdruck könnte ein wenig abnehnen. Denn die Erhöhung der Krankenkassenbeiträge und die Möglichkeit höherer Zusatzbeiträge werden die angespannte Finanzlage der Krankenkassen sehr wahrscheinlich kurzfristig verbessern.