Gehaltserhöhungen für Krankenkassen-Chefs trotz Zusatzbeitrag
Gehaltserhöhungen für Krankenkassen-Chefs trotz Zusatzbeitrag

Wie der Bundesanzeiger berichtet, erhöhten 2010 mehr als die Hälfte der gesetzlichen Krankenversicherungen die Gehälter ihrer Manager, darunter zahlreiche Krankenkassen mit Zusatzbeitrag. Der Krankenkassenvorstand mit dem größten Gehalt ist Norbert Klusen, Vorsitzender der Techniker Krankenkasse (TK). Im Vergleich zu 2009 erhielt er eine Gehaltserhöhung von mehreren tausend Euro. Dicht gefolgt wird Klusen von Torsten Leonhard, dem Chef der Signal Iduna IKK. Platz drei der höchsten Vorstandsgehälter belegt die Deutsche Angestellten Krankenkasse (DAK). Obwohl die Kasse seit Februar letzten Jahres einen Zusatzbeitrag von acht Euro monatlich verlangt, erhielt DAK-Chef Herbert Rebscher seit 2009 eine Gehaltserhöhung von 2,4 Prozent. Im Durchschnitt verdienten die Manager der gesetzlichen Krankenkassen 2010 etwa 121.000 Euro. Mit den üblichen Bonuszahlungen sind es sogar rund 137.000 Euro.

Spitzenreiter Techniker Krankenkasse

Insgesamt erhöhten 69 der derzeit 114 Krankenkassen ihre Vorstandsgehälter. Nur 25 gesetzliche Kassen kürzten die Bezahlung ihrer Manager. Bei 20 Krankenkassen blieben die Gehälter unverändert. Norbert Klusen, Chef der Techniker Krankenkasse erhielt 2010 ein Jahresgehalt von 278.160 Euro. Von 2009 auf 2010 wurde ihm außerdem eine Gehaltserhöhung von 8.000 Euro zugesichert. Platz zwei nimmt Torsten Leonard von der Signal Iduna IKK ein. Ihm wurde 2010 ein Gehalt von 259.600 Euro gezahlt. Gefolgt wird er von DAK-Chef Herbert Rebscher. Dieser erhielt 2010 ganze 241.000 Euro. Inklusive einer Gehaltserhöhung von 5.000 Euro. Die DAK erhebt seit Februar 2010 einen Zusatzbeitrag von acht Euro monatlich. Zudem wurde letzte Woche aufgrund finanzieller Defizite begonnen, zahlreiche Mitarbeiter zu entlassen. Auch die KKH-Allianz verlangt seit März 2010 einen Zusatzbeitrag von acht Euro. Kassenvorstand Ingo Kailuweit erhielt 2010 dennoch ein Jahresgehalt von 224.655 Euro.

AOK zahlt hohe Gehälter

Ebenso werden bei den Allgmeinen Ortskrankenkassen hohe Gehälter gezahlt. Bei sechs AOK lagen die Bezüge bei über 200.000 Euro. Die Vorstände der AOK Plus, AOK Baden-Württemberg, AOK Bayern und AOK Nordost sind sogar unter den zehn am besten verdienenden Krankenkassenchefs. Barmer GEK-Chefin Birgit Fischer erhielt in 2010 ein Gehalt von 210.000 Euro. In der Vergangenheit hatte der Bundesrechnungshof die hohen Gehälter der Kassenvorstände kritisiert. Der Deutsche Gewerkschaftsbund und die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände plädieren für einen Höchstgehalt von 130.000 Euro im Jahr.