Gesundheit kostet 263 Milliarden pro Jahr
Gesundheit kostet 263 Milliarden pro Jahr

Interessant ist, durch welche Bereiche dieser Kostenanstieg vorangetrieben wird. So sind es vor allem die ambulanten Einrichtungen, wie Arztpraxen, Apotheken und vor allem nicht-stationäre Pflegeeinrichtungen, die zusammen genommen 4,5 Prozent mehr Geld aus dem Gesundheitswesen verbraucht haben, als im Vergleichsjahr 2007. Mit 130,9 Milliarden Euro ist dieser Posten der größte auf der Ausgabenseite. Vor allem ambulante Pflegeeinrichtungen legten um 8 Prozent zu und benötigten 2008 finanzielle Mittel in Höhe von 8,6 Milliarden Euro. Aber auch die Arztpraxen haben 5 Prozent (40,2 Milliarden Euro) mehr gekostet als im Vorjahr. Allein die Apotheken lagen mit einem Anstieg von 3,2 Prozent (38,5 Prozent) unter dem Durchschnitt. Ähnlich moderat haben sich die Kosten im stationären und teilstationären Bereich (Krankenhäuser, Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen) entwickelt. Hier wurden 2008 Gelder in Höhe von 66,7 Milliarden Euro verbraucht, 3,3 Prozent mehr als im Jahr zuvor.

Kostenenfaktor Medikamente

Durchwachsen sind auch die Zahlen, was die aktuell sehr umstrittenen Kosten für Medikamente betrifft. 2008 gaben die Deutschen insgesamt 43,2 Milliarden Euro für Arzneimittel aus, das entspricht einem leicht unterdurchschnittlichen Anstieg von 3,7%. Allerdings weist das statistische Bundesamt explizit darauf hin, dass dies vor allem auf einen Rückgang der Selbstmedikation zurückzuführen sei, also jener rezeptfreien Medikamente, die sich Haushalte privat kaufen, beispielsweise Kopfschmerztabletten. Die Ausgaben der gesetzlichen und privaten Krankenkassen für Medikamente seien hingegen deutlich stärker angestiegen.

Private Krankenversicherung auf Wachstumskurs

Was die Kassen selbst als Ausgabenträger anbelangt, so liegt die gesetzliche Krankenkasse mit 151,5 Milliarden Euro (4,2 Prozent mehr als 2007) nach wie vor mit großem Abstand vor anderen Ausgabenträgern wie der privaten Krankenversicherung. Letztere holen aber deutlich auf und schulterten 2008 bereits 24,9 Milliarden Euro der Gesundheitskosten, ein Anstieg um 6,2 Prozent. Andere Ausgabenträger im Gesundheitswesen sind beispielsweise die gesetzliche Pflegeversicherung, öffentliche Einrichtungen, Arbeitgeber oder Privathaushalte, auch hier gab es überall leichte Anstiege.

Internationaler Standard

Zur Ermittlung der Zahlen rechnet das statistische Bundesamt all diese Ausgabenträger zusammen und schaut, wie viel in die einzelnen Bereiche (ambulante und stationäre Einrichtungen, Medikamente etc.) fließt. Als Grundlage bedient man sich dem so genannten „System of Health Accounts“, welches von OECD, WHO und dem Statistischen Amt der Europäischen Union gemeinsam (Eurostat) definiert wird und die Vergleichbarkeit verschiedener Gesundheitssysteme gewährleisten soll.Erfasst werden sämtliche Güter und Leistungen wie Prävention, Behandlung und Rehabilitation, aber auch die Verwaltungskosten der Krankenkassen. Gemessen am Bruttoinlandsprodukt betrugen diese im Jahr 2008 10,5 Prozent, aufgrund der Wirtschaftskrise rechnet das statistische Bundesamt zudem damit, dass die Gesundheitskosten 2009 über 11 Prozent liegen werden.

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