Gesundheitsminister Gröhe will Ausbau der eGK vorantreiben
Gesundheitsminister Gröhe will Ausbau der eGK vorantreiben

Nachdem die Resonanz auf die elektronische Gesundheitskarte bisher eher verhalten und ihre Einführung von zahlreichen Problemen überschattet war, plant Bundesgesundheitsminister Gröhe jetzt ein neues Gesetz zur eGK. Im Interview mit der BILD äußerte sich Gröhe konkret zu den Plänen. So sollen zukünftig der Patient und der Nutzen der eGk im Mittelpunkt stehen.

Vorteile der eGK

Gröhe sieht vor allem die Speicherung von Notfalldaten als Vorteil der elektronischen Gesundheitskarte. So könnten beispielsweise bei Unfällen relevante Daten schnell abgefragt werden. Auch bei Patienten, die bei mehreren Ärzten in Behandlung sind, könnten durch die vermerkten Medikamente gefährliche Wechselwirkungen leichter verhindert werden.

Sicherheitsbedenken laut Gröhe unnötig

Im Interview kommentierte Gröhe auch die Sicherheit der Karte. Alle Daten seien zweifach gesichert: einmal durch eine PIN und zudem durch einen zweiten Schlüssel, den der Arzt hat. Nur im Notfall darf ohne Zustimmung des Patienten auf die Daten zugegriffen werden. Zudem wird immer vermerkt, von wem zu welchem Zeitpunkt auf Daten der eGK zugegriffen wurde.

Nutzen der Karte wiegt Kosten auf

Mit dem neuen Gesetz soll laut Gröhe der Nutzen für die Patienten durch konsequenten Ausbau erhöht werden. Die Karte, die bereits im Umlauf ist, soll durch Krankenkassen und Ärzte besser genutzt werden. Dann lohnten sich auch die Kosten von knapp einer Milliarde Euro, die bis jetzt investiert wurden, so Gröhe. Dies entspricht bei rund 70 Millionen einem Preis von 14 Euro pro Person. Wieviel der weitere Ausbau noch kosten soll, ließ Gröhe in dem Gespräch offen.

Einführung der eGK mit vielen Problemen behaftet

Bereits 2006 sollte die elektronische Gesundheitskarte eingeführt werden, was sich jedoch immer wieder verzögerte. Erst im Oktober 2011 wurden die ersten eGKs durch die Krankenkassen an Patienten ausgegeben. Seit 2014 hat die eGK die bisher gültige Krankenversicherungskarte für gesetzliche Versicherte abgelöst.

Die Kritik an der eGK ist jedoch weiterhin groß. So streiten sich Ärzte und Krankenkassen um Details. Dabei werfen die Kassen den Ärzten beispielsweise vor, den Online-Austausch von Patientendaten zu behindern. Auch Angehörige nicht-akademischer Heilberufe schalteten sich vor kurzem ein: Auch sie wollen an der Entwicklung beteiligt werden. Streit gibt es auch um die Patientenfotos auf der Karte: Unlängst scheiterte eine Klage am Sozialgericht Mainz, bei der ein Mann die Kosten für das Foto von der Krankenkasse erstattet haben wollte.