GKV-Schätzerkreis: Gesundheitsfonds mit Milliarden-Plus
GKV-Schätzerkreis: Gesundheitsfonds mit Milliarden-Plus

Dank kräftig sprudelnder Beitragseinnahmen kann sich die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) in diesem Jahr ein dickeres Finanzpolster zulegen als erwartet. Somit dürften gesetzlich Krankenversicherte in diesem und auch im nächsten Jahr von weiteren Beitragserhöhungen verschont bleiben. Nach Angaben des Schätzerkreises ist 2011 mit Beitragseinnahmen in Höhe von 183,4 Milliarden Euro zu rechnen. Das sind 1,7 Milliarden Euro mehr als noch im Januar angenommen. Damit könnte die Liquiditätsreserve auf rund 8,6 Milliarden Euro anwachsen. Im kommenden Jahr werde dagegen nur ein Mini-Überschuss erwartet: Bei Einnahmen von 185,7 Milliarden Euro im Fonds werden die Ausgaben der Krankenkassen auf 185,4 Milliarden Euro geschätzt.

Trotz Milliardenüberschuss Zusatzbeiträge möglich

Im Schätzerkreis sind das Bundesgesundheitsministerium, das Bundesversicherungsamt und der Spitzenverband der Krankenkassen vertreten. Der Überschuss in Höhe von rund 4,4 Milliarden Euro sei auf die positive Entwicklung am Arbeitsmarkt und bei den Pro-Kopf-Löhnen zurückzuführen, hieß es. Die Zuweisungen an die Kassen bleiben jedoch unverändert. Daher werden vermutlich auch 2012 weitere Kassen Zusatzbeiträge erheben müssen. Diese zusätzliche Belastung wird von Kritikern oft auch als Einstieg in die Kopfpauschale angesehen.

Krankenkassen 2012 gut ausgestattet

Aufgrund der positiven Zahlen geht der Schätzerkreis nun davon aus, dass die gesetzlichen Krankenkassen im kommenden Jahr genügend Geld haben werden, um ihre laufenden Ausgaben decken zu können. Für das kommede Jahr 2012 seien Einnahmen des Gesundheitsfonds in Höhe von 185,7 Milliarden Euro zu erwarten, teilte der Schätzerkreis nach Beratungen mit. Die Ausgaben der Krankenkassen werden sich vermutlich auf 185,4 Milliarden belaufen. "Damit können auch im Jahr 2012 die Ausgaben der Krankenkassen durch Zuweisungen aus dem Gesundheitsfonds im Durchschnitt vollständig gedeckt werden", hieß es in der Erklärung.

Keine Beitragssenkungen zu erwarten

Der Überschuss könnte nun Forderungen wecken, den Beitragssatz in der GKV von derzeit 15,5 Prozent zu senken. Dem erteilten GKV-Spitzenverband und die Ersatzkassen jedoch bereits eine Absage: In ihren Augen existiere kein Spielraum für mehr Geld an Ärzte und Krankenhäuser oder für Beitragssenkungen. Nach früheren Berechnungen werden aus der Reserve etwa zwei Milliarden Euro in den Jahren 2012 bis 2014 für den Sozialausgleich für Geringverdiener benötigt. Zudem sind drei Milliarden als Mindestreserve vorgeschrieben.