Große Beliebtheit der Pflegeberufe bei Azubis
Große Beliebtheit der Pflegeberufe bei Azubis

Trotz dieses erwähnenswerten Anstiegs sagte der Präsident des Bundesverbandes privater Anbieter sozialer Dienste (BPA), Bernd Meurer: "Bis Ende 2020 brauchen wir allein in der Altenpflege 220.000 zusätzliche Vollzeitkräfte". Zudem fordern er und der AWO Bundesverband (Arbeiterwohlfahrt), dass der "Ausbildungs- und Qualifizierungspakt” der schwarz-gelben Bundesregierung schnell vorangebracht werden müsse. Statistisch gesehen wählen vor allem junge Frauen Berufe in der Gesundheits-, Kranken-, Kinderkranken- und Altenpflege oder Berufe als Pflegehelfer. Vor allem Altenpfleger sind dabei besonders wichtig, denn der Anteil der Pflegebedürftigen in der Bundesrepublik Deutschland steigt weiter an.

Fachkräftemangel wird weiter ansteigen

Auch wenn es eine positive Entwicklung bei den Zahlen der Auszubildenden in den Pflegeberufen gibt, ist dies immer noch nicht ausreichend. Aufgrund des demografischen Wandels rechnen Fachleute mit einem rasanten Anstieg des Bedarfs an Pflegekräften, denn schon heute sind viele Stellen unbesetzt. 

Schlechte Bedingungen in den Pflegeberufen

Der Paritätische Gesamtverband ist der Ansicht, dass die "hohe physische und psychische Belastung" ein "negatives Image" hat. Hinzu kommt der schlechte Lohn, da die meisten Pflegesätze gesetzlich vorgeschrieben sind. Daher ist nun vor allem die Bundesregierung in der Pflicht. Nach der Verabschiedung der Reform der Pflegeversicherung und des sogenannten "Pflege-Bahr" müssen nun auch die Bedingungen für die Beschäftigten in diesem Sektor verbessert werden.

Verbesserung der Bedingungen gefordert

Künftig müsse jeder dritte Schulabgänger einen Pflegeberuf ergreifen, um den Fachkräftemangel auszugleichen, so Meurer. AWO-Vorstandsmitglied Brigitte Döcker fordert daher die Erhöhung der Attraktivität dieser Berufssparte, damit später kaum frustrierte Pflegekräfte wieder aussteigen. Künftig müsste die Arbeitsagentur die dreijährige Umschulung von Arbeitslosen tragen, so die beiden Verbände. Zudem sollten die Bundesländer mehr Ausbildungsplätze anbieten.