Großfusion zwischen DAK und BKK Gesundheit
Großfusion zwischen DAK und BKK Gesundheit

Der Druck zu Zusammenschlüssen und strategischen Bündnissen in der gesetzlichen Krankenversicherung steigt und immer mehr kleinere Krankenkassen geben diesem Druck nach. So fusionierten bereits einige Allgemeine Ortskrankenkassen (AOK) und einige Innungskrankenkassen (IKK), mit dem Zusammenschluss von DAK und BKK Gesundheit steht allerdings die zweite Großfusion an. Die Branchenriesen werden zusammen mehr als sieben Millionen Versicherte betreuen und zur zweit- bzw. drittgrößten gesetzlichen Krankenkasse aufsteigen. Die Anzahl der gesetzlichen Krankenkassen (siehe Übersichtsliste) verringert sich schon seit einiger Zeit, durch die bereits vollzogenen Fusionen sind derzeit noch 163 Krankenkassen am Markt. Das Bundesversicherungsamt rechnet in etwa drei bis vier Jahren mit deutlich weniger als 100 gesetzlichen Krankenkassen.

Wirtschafts- und Verhandlungsmacht stärken

DAK-Chef Herbert Rebscher erhofft sich von der Größe der entstehenden DAK Gesundheit eine stärkere Verhandlungsmacht gegenüber der Pharmaindustrie und infolgedessen günstigere Arzneimittelpreise. Seit Beginn des Jahres können die gesetzlichen Krankenkassen dank der Arzneimittelreform von Gesundheitsminister Rösler (FDP) direkt mit den Medikamentenherstellern verhandeln.

Keine Veränderungen in Sachen Zusatzbeitrag

Sowohl DAK als auch BKK Gesundheit erheben bereits seit Anfang des Jahres Zusatzbeiträge in Höhe von acht Euro, dieser werde beibehalten. Im gleichen Atemzug verkündete DAK-Chef Rebscher, dass seine Krankenkasse inzwischen über „einen richtig schönen Überschuss“ verfüge. Obwohl die DAK im ersten Quartal 140.000 Mitglieder verlor, erwirtschaftete sie auch aufgrund der Zusatzbeiträge einen Überschuss von rund 30 Millionen Euro. Die Vermeidung von Zusatzbeiträgen betrachtet Rebscher gerade in Bezug auf kleinere Krankenkassen kritisch, da diese Beträge oft den Unterschied zwischen Gewinn und Verlust ausmachten. 

Vorteile für Versichertenstruktur und Finanzen

Laut Rebscher verfügt die neue DAK Gesundheit über eine ausgeglichenere Versichertenstruktur und verringere so das Risiko finanzieller Schwierigkeiten durch Risikopatienten. Weiterhin erhoffen sich die Vorstände der beiden Krankenkassen Synergie-Effekte und Einsparungen im IT- und Verwaltungsbereich. Über die künftige Personalpolitik und eventuellen Stellenabbau herrsche allerdings erst am Ende der Verhandlungen Klarheit, so Rebscher. Er betonte zudem, die Fusion basiere nicht auf kurzfristigen Finanzfragen.