Gute Finanzlage: KKH-Allianz erhebt bis 2014 keine Zusatzbeiträge
Gute Finanzlage: KKH-Allianz erhebt bis 2014 keine Zusatzbeiträge

Die 1,8 Millionen Versicherten der KKH-Allianz haben allen Grund zur Freude. Sie müssen bis 2014 nicht mit einem neuen Zusatzbeitrag rechnen. Wie der Vorsitzende der Krankenkasse, Ingo Kailuweit, am vergangenen Freitag in Hannover bei der Veröffentlichung der Bilanzen für 2011 betonte, konnte das Thema „Zusatzbeitrag“ schnell abgehakt werden. Bis Ende Februar 2012 verlangte die Ersatzkasse noch acht Euro zusätzlich im Monat von ihren Versicherungsnehmern. Dies sei aufgrund der sehr guten Finanzlage nun nicht mehr nötig. Ganz im Gegenteil. Die KKH-Allianz konnte im vergangenen Jahr sogar einen Überschuss in mehrstelliger Millionenhöhe erzielen. Der positive Trend hält auch in diesem Jahr weiter an. Allein im ersten Quartal 2012 verzeichnete die Kasse ein Plus von rund 30 Millionen Euro.

Überschuss in Millionenhöhe

Wie Kailuweit erklärte, betrug der Überschuss der KKH-Allianz im Jahr 2010 sechs Millionen Euro. 2011 kletterte das Plus dann auf insgesamt 140 Millionen Euro. Auch das Ausgaben-Einnahmen-Verhältnis hat sich deutlich verbessert. Während die Ausgaben um 4,4 Prozent auf rund 4,64 Milliarden Euro stiegen, erhöhten sich die Einnahmen um 7,4 Prozent auf 4,78 Milliarden Euro.

Kailuweit fordert Abschaffung des Gesundheitsfonds

Auch eine Prämie wird von der KKH-Allianz nicht grundsätzlich ausgeschlossen. Jedoch sei dies durch die starken Reglementierungen im Gesundheitswesen nicht gerade leicht. Kailuweit forderte eine Abkehr vom staatlichen Gesundheitsfonds. Könnten die Krankenkassen die Beitragssätze wieder eigenverantwortlich festsetzen, hätten die Versicherten längst Prämien aus Überschüssen erhalten, kritisierte der Vorstandschef. Er forderte zudem die Politik auf, die weiter steigenden Kosten im Gesundheitswesen in den Griff zu bekommen.  

Ökonomisierung der Gesundheit muss gestoppt werden

Laut Kailuweit müsse die Regierung einen Weg finden, den Profitinteressen der Pharmalobby endlich entgegenzutreten. Die Einschätzung des medizinischen Versorgungsbedarfs müsse unabhängiger organisiert werden. Ansonsten bestehe die Gefahr, dass Deutschland ein "Land der Kranken" werde, weil die medizinischen Leistungsträger daran ein ökonomisches Interesse haben, warnte der Vorstandschef. Auch die tatsächliche Wirkung von Medikamenten müsse viel stärker überprüft werden, forderte Kailuweit.

BVA hält Beitragsversprechen für unzulässig

Das Bundesversicherungsamt (BVA) hat die Beitragsgarantieren der Kassen stark kritisiert. Versprechungen, wie jene der KKH-Allianz, seien unzulässig. Sofern die Aussagen in naher Zukunft lägen, gebe es keinen Grund zur Beschwerde. Zusicherungen bis 2014 seien jedoch rechtswidrig und nur eine Werbestrategie der Kassen. Versicherte sollten daher weiterhin kritisch mit solchen Aussagen umgehen.