Hohe Lebenserwartung belastet Sozialversicherung
Hohe Lebenserwartung belastet Sozialversicherung

Die Lebenserwartung in Deutschland steigt massiv an. In wenigen Jahren werden Menschen mit einem Alter von über 85 Jahren keine Ausnahme mehr darstellen. Mädchen, die im Jahr 2000 geboren wurden, haben eine Lebenserwartung von 92 Jahren, Jungen werden immerhin 88 Jahre alt werden. Dies würde bedeuten, dass sich die Zahl der über Hundertjährigen in den nächsten 50 Jahren verzwanzigfachen wird. Die heute lebenden Achtzigjährigen werden ebenfalls im Durchschnitt mit 89,8 Jahren bei Frauen und 88,2 Jahren bei Männern die 90 Jahre fast erreichen. Dies wird gewaltige Auswirkungen auf die Sozialversicherung in Deutschland haben, wie eine Untersuchung der Universität Köln ergab.

Demografische Entwicklung

Die neue Rekordhöhe der Lebenserwartung wird das Bild der Altersgruppierung der deutschen Bevölkerung weiter verändern. Die Alterspyramide wird weiter nach oben verschoben, denn neben der alternden Bevölkerung hat die Bundesrepublik einen Bevölkerungsrückgang zu verzeichnen. Der Kölner Demograf Eckart Bomsdorf prognostiziert, dass 100.000 der heute lebenden Fünfzigjährigen das Alter 100 Jahren erreichen werden.

Rentenversicherung

Die Rentenversicherung ist von dieser Entwicklung besonders schwer getroffen. Dies bedeutet immer mehr Rentner bei sinkenden Zahlen arbeitender Beitragszahler. “Eine höhere Lebenserwartung führt zu längeren Rentenlaufzeiten, der in erster Linie durch eine Erhöhung und insbesondere auch Flexibilisierung des gesetzlichen Renteneintrittsalters – langfristig sogar über das Alter von 67 hinaus – begegnet werden kann”, so Bomsdorf. Eine private Rentenvorsorge ist aufgrund dieser Entwicklung also unerlässlich.

Krankenversicherung und Pflegeversicherung

Einen enormen Einfluss wird die demografische Entwicklung auf die Krankenversicherung und die Pflegeversicherung haben. Mit dem Alter steigt auch die Anfälligkeit für Krankheiten und nicht selten können daraus Pflegefälle entstehen. Dies bedeutet für die Pflegekassen, dass immer mehr Personen bei steigenden Kosten versorgt werden müssen. In den letzten fünf Jahren stiegen die Kosten im Gesundheitssektor um 20 Prozent an. So sind laut Bomsdorf längerfristige Beitragserhöhungen unvermeidbar. Bis 2050 könnte die Zahl der Pflegebedürftigen auf 4,5 Millionen Bürger steigen. Dies entspräche sechs Prozent der Bevölkerung – heute sind es 2,6 Prozent.

Private Zusatzversicherung

Schon heute sind die Kosten für eine pflegebedürftige Person durch die Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung meist nicht zu Schultern. In diesem Fall muss die betroffene Person oder deren Angehörige zahlen. Experten weisen daher auf die Notwendigkeit von privaten Pflegezusatzversicherungen wie das Pflegetagegeld oder die Pflegekostenpolice hin, um eventuelle Mehrkosten abzufedern.

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