Im nächsten Jahr gibt es keine Zusatzbeiträge mehr
Im nächsten Jahr gibt es keine Zusatzbeiträge mehr

Elf Krankenkassen erheben aktuell einen Zusatzbeitrag (siehe Liste) zwischen acht und fünfzehn Euro monatlich. Im nächsten Jahr wird es folgendermaßen aussehen: Mit der Fusion von DAK, BKK Gesundheit und BKK Axel Springer fallen die Zusatzbeiträge dieser drei Krankenkassen ab April 2012 weg. Die Ersatzkasse KKH Allianz hat ebenfalls die Rücknahme des Zusatzbeitrages angekündigt. Die BKK für Heilberufe schließt zum 31. 12. 2011 ihre Pforten. Es bleiben sechs Krankenkassen übrig, die Zusatzbeiträge erheben. All diese Unternehmen sind Betriebskrankenkassen. Vier BKKen haben angekündigt, dass sie den Zusatzbeitrag abschaffen wollen. Nach Informationen von "Bild.de" haben nun auch die BKK Hoesch und die BKK Publik beschlossen, den zusätzlichen Beitrag Mitte 2012 nicht mehr einzufordern. Damit würden ungefähr acht Millionen gesetzlich Versicherte finanziell entlastet.

Finanzielle Rückschläge durch den Zusatzbeitrag 

Doch ob diese Entwicklung nun zum generellen Aus für den Zusatzbeitrag führt, bleibt abzuwarten. Auf jeden Fall meiden ihn die Krankenkassen wie der Teufel das Weihwasser. Denn durch die zusätzlichen Beiträge kehren die Versicherten den Kassen den Rücken und wechseln zu einer Krankenkasse ohne Zusatzbeitrag. Das wiederum verschärft die ökonomische Situation und kann sogar in die Insolvenz führen. In einem Gespräch mit "Bild.de" sagte der Gesundheitsökonom Jürgen Wasem, dass die Kassen 2012 durch die gute Finanzlage den Zusatzbeitrag nicht mehr brauchen.

Vor der Wahl keine neuen Zusatzbeiträge 

"Spannend wird es 2013", vermutet Wasem. Im Moment greift die gute Lage auf dem Arbeitsmarkt, und das Sparpaket bei den Arzneimitteln hat ebenfalls zum Finanzpolster der Krankenkassen beigetragen. Es bleibt abzuwarten, ob die Krankenkassen vor der Bundestagswahl im Jahr 2013 erneut Zusatzbeiträge erheben werden. Doch nach der Wahl könnte sich die Lage wieder ändern. Der Verbraucherzentralen Bundesverband erwartet, dass spätestens 2014 der Zusatzbeitrag wieder eine Rolle spielen wird. Die Gesundheitsexpertin des Verbandes wagt eine Vorhersage: "2014 wird der Beitrag wieder kommen", wagt Ilona Köster-Steinbach eine Prognose. Was mit dem Beitrag nach der Wahl und nach einem möglichen Regierungswechsel passiert, steht ohnehin in den Sternen.

Beitragssenkungen nicht im Gespräch

Keinesfalls aber will der Gesundheitsminister mit den finanziellen Überschüssen Beitragssenkungen finanzieren. Die Aussichten für die Konjunktur sind ja nicht unbedingt positiv, und Daniel Bahr (FDP) will für Notfälle gerüstet sein. Das machte der Minister anlässlich der Mitgliederversammlung des GKV-Spitzenverbandes klar. Man müsse gegen "Begehrlichkeiten bei den Überschüssen" kämpfen.