Im Test: Qualität der privaten Krankenversicherung im Aufwind
Im Test: Qualität der privaten Krankenversicherung im Aufwind

Welcher private Krankenversicherer „bietet den besten Mix aus Preis, Leistung und Qualität?“ Dieser Frage wollte das Deutsche Institut für Service-Qualität (DISQ) auf den Grund gehen. Dazu wurden die 20 größten Anbieter privater Krankenversicherungen in insgesamt über 600 Servicekontakten angschrieben, angemailt und angerufen. Insgesamt wurde mit jedem Versicherer 31 mal Kontakt aufgenommen. Die Bewertung des Leistungsangebotes hinsichtlich der Qualität und der Beitragshöhe fand in Koorperation mit der Rating-Agentur Franke und Bornberg statt. Die einzelnen Teilbereiche wurden dann anhand normierter Werte berechnet. Das beste PKV-Unternehmen eines Teilbereiches erhielt den Wert 100, das schlechteste 0. Die anderen wurden dann relativ dazu eingegliedert. Für das Gesamtergebnis wurden die Service- und Leistungsergebnisse je zu 50 Prozent herangezogen.

AXA, Münchener Verein und Hallesche auf dem Podest

Das beste Gesamtergebnis und damit den Titel „Beste private Krankenversicherung“ kann nach Ansicht der Studienautoren die AXA aufweisen. Vor allem beim Leistungsangebot und und dem Preis-Leistungs-Verhältnis im Grundschutz punktete der Versicherer (Übersicht der Testsieger). Den zweiten Platz belegt der Münchener Verein, dank hervorragender Leistungen im Standardschutz und exzellenter E-Mail-Beantwortung. Dritter wurde die Hallesche aufgrund ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.

Barmenia gewinnt in der Kategorie „Service“

Alle drei oben genannten punkteten vor allem bei den Leistungen (AXA: 1. Platz; Hallesche: 2. Platz; Münchener Verein: 4. Platz) konnten sich jedoch auch beim Service in der oberen Hälfte platzieren (Münchener Verein: 2. Platz; AXA: 6. Platz; Hallesche: 10. Platz). Gewinner der Service-Kategorie war jedoch die Barmenia. Sie erreichte in allen Teilbereichen der Kategorie als einziger Versicherer die Note “gut”. Im Vergleich zum vergangenen Jahr konnte die gesamte Branche das Ergebnis im Service steigern und das vor allem bei der Beratung am Telefon und per E-Mail. Dennoch wurde wieder nur die Bewertung “befriedigend” beim Zusammenrechnen aller getesteter Unternehmen im Service erzielt.

Kritikpunkt: Fehlende Individualität der Beratung

Im Vergleich zum Vorjahr zeigten sich die telefonischen Berater kompetenter. Der Anteil vollständiger Auskünfte stieg um vier Prozent, doch häufig mangelte es dabei an individueller Beratung. Ähnliches fanden die Tester auch bei E-Mail-Anfragen. Hier erhielt man als Antwort häufig Standardtexte anstatt individueller Antworten.

Preis alleine kein Qualitätsindikator

Insgesamt fand man in der Studie große Unterschiede im Preis-Leistungs-Verhältnis. Bei Tarifen ohne Selbstbehalt seien laut der Studie Einsparpotentiale von bis zu 50 Prozent möglich. Außerdem lässt sich von der Beitragshöhe nicht direkt auf die Leistungsqualität schließen. Jeder Verbraucher müsse selbst wissen, welche Leistungen für ihn wichtig sind und wieviele er bereit ist dafür zu zahlen, so die Autoren der Studie.