Insolvenz der City BKK löst Chaos aus
Insolvenz der City BKK löst Chaos aus

Die Probleme um die Insolvenz der City BKK scheinen kein Ende zu nehmen. Die Mitarbeiter der insolventen Kasse kommen mit der Bearbeitung der Anfragen nicht mehr hinterher. Anträge für Leistungen blieben seit Wochen unbearbeitet, so einige Experten aus Kassenkreisen. Die Kundenberater der City BKK berichteten, sie hätten in den vergangenen Wochen mehr Telefongespräche als gewöhnlich durchführen müssen. Diese Zeit fehle für die Bearbeitung der Anträge. In dieser Woche sollen über 40 externe Fachkräfte dabei helfen, das Chaos zu bewältigen. Doch die bürokratischen Belange sind derzeit nicht das einzige Problem der City BKK. So gibt es etwa Schwierigkeiten mit den Datensätzen der Versicherten, die aufgrund inkompatibler Computersysteme nicht ohne weiteres auf die Systeme der neuen Krankenkassen übertragen werden können. Zudem wird die Chipkarte der City BKK zum 1. Juli ungültig. Versicherte ohne neue Kasse könnte es passieren, dass sie beim Arzt zunächst mit Bargeld zahlen müssen.

City BKK im Ausnahmezustand

Experten aus Kassenkreisen berichten von einem bürokratischen Chaos bei der City BKK. Unzählige Anträge, wie auf eine Kur oder einen Rollstuhl würden nicht bearbeitet. Externe Hilfe zur Bewältigung der Papierflut lehnte die City BKK jedoch bisher ab. Aus der Techniker Krankenkasse (TK) hieß es, man habe fünf Mitarbeiter zur Unterstützung geschickt, von denen jedoch nicht Gebrauch gemacht wurde.

Andere Krankenkassen gewähren Hilfe

Aufgrund der großen Schwierigkeiten hat die City BKK nun doch beschlossen die Unterstützung der anderen Krankenkassen in Anspruch zu nehmen. In dieser Woche sollen 43 externe Mitarbeiter dabei helfen die offenen Anträge zu bearbeiten. Bis zum 30. Juni wolle man alle Verwaltungsprobleme erledigt haben, so der Vorstand der City BKK, Oliver Reken. Laut Reken seien die anderen Krankenkassen mitverantwortlich für das große Chaos in seiner Betriebskrankenkasse. Hätten diese die Versicherten ohne Verzögerung aufgenommen, wäre das Problem nicht so groß. Die Mitarbeiter hätten in der vergangenen Zeit mehr telefonische Beratungsgespräche als gewöhnlich durchführen müssen, sodass es zu Verzögerungen bei den Bearbeitungen komme, sagte Reken. Die Aussage, dass einige Briefe ungeöffnet bis zu acht Wochen herumliegen würden, sei jedoch falsch. Derzeit gebe es Defizite in vier Leistungsbereichen.

Mehr Probleme als erwartet

Je näher der Termin der Schließung rückt, desto größer scheinen die Probleme im Zuge der Auflösung zu werden. Ein Mitarbeiter der Techniker Krankenkasse berichtet von inkompatiblen Computersystemen und unvollständigen Datensätzen, sodass die Daten der Versicherten nicht immer an die neuen Krankenkassen gesendet werden können.  

Große Schwierigkeiten gibt es auch mit der Versicherungskarte der City BKK. Die wird zum 1. Juli ungültig. Tatsächlich haben die Versicherten aber noch bis zum 14. Juli Zeit, sich eine neue Kasse zu suchen. So kann es dazu kommen, dass Versicherte zeitweilig beim Arzt mit Bargeld bezahlen müssen. Sie müssen aber nicht befürchten auf den Kosten sitzen zu bleiben. Die Rechnung übernimmt nach Einreichung der Quittung die neue Krankenkasse.  

Versicherte brauchen dringend neue Krankenkasse

Versicherten mit fortlaufenden Geldzahlungen wie Pflegegeld oder Krankengeld wird empfohlen noch bis zum 30. Juni eine neue Krankenkasse zu suchen. Zu groß sei die Gefahr einer Zahlungsunterbrechung. Die Betreffenden erhalten nun erneut einen Telefonanruf oder einen Brief. Das Ziel sei, dass alle Kunden bis zum 30. Juni eine neue Kasse gewählt haben, so Oliver Reken. Er schätzt, dass fast 100.000 Mitglieder die Kasse verlassen haben. Die verbliebenen 30 000 könnten bis Monatsende folgen.