Kampf dem Ärztemangel: Hausärzte stärker fördern
Kampf dem Ärztemangel: Hausärzte stärker fördern

Vertreter der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, des Spitzenverbandes der Gesetzlichen Krankenkassen, der Deutschen Krankenhausgesellschaft und des Verbandes der Privaten Krankenversicherung verständigten sich Anfang der Woche darauf, junge Allgemeinmediziner stärker als bisher zu fördern. Damit soll die hausärztliche Versorgung sichergestellt werden. Dem drohenden Ärztemangel muss so schnell und so intensiv wie möglich vorgebeugt werden. Das erklärte der KBV-Chef Dr. Carl-Heinz Müller gegenüber dem Deutschen Ärzteblatt in Berlin.

Mehr Geld für Weiterbildung

Vor allem die Weiterbildung der jungen Ärzte solle stärker gefördert werden, indem 5000 allgemeinmedizinische Stellen der Weiterbildung unterstützt werden. Ärzte, die sich für eine Weiterbildung entscheiden, erhalten statt bisher 2040 Euro künftig 3500 Euro brutto. Getragen wird dieser Betrag von den Regionalverbänden der Kassenärztlichen Vereinigung und der Krankenkassen.

Besonders attraktiv: Im Zuge der Weiterbildung werden zunächst die unterschiedlichen Bezüge in ambulantem und stationärem Sektor ausgeglichen, so dass die Ärzte die im Krankenhaustarif vorgesehene Vergütung erhalten. Damit wird die Attraktivität des Ärzteberufes gestärkt. Sollte dennoch eine Unterversorgung auftreten, sieht das Förderprogramm vor, die Beträge weiter aufzustocken.

Ärztliche Unterversorgung vermeiden

Dass die Unterversorgung insbesondere von ländlichen Gebieten damit verhindert werden kann, bestätigt auch Johann-Magnus von Stackelberg, stellvertretender Vorstandsvorsitzender des Spitzenverbandes der Gesetzlichen Krankenkassen. Schlüssel ist die bundesweit einheitliche Regelung und die Aufstockung auf eine stationäre Vergütung während der Weiterbildung.

Koordinierungsstellen Bundesländer

Laut Bundesärztekammer läuft allerdings in der Weiterbildung junger Mediziner noch nicht alles optimal. Max Kaplan, Vorstandsmitglied der BÄK wies auf Verbesserungspotenzial bei der Koordinierung der Weiterbildung hin. Diese liegt auf Länderebene. Er forderte, dass die Kassenärztlichen Vereinigungen der Länder und die Landesärztekammern sowie die Verbände der Krankenhäuser Koordinierungsstellen einrichten, die für die Weiterbildung verantwortlich seinen. Dort könne dann neben der Evaluation auch eine Qualitätssicherung der Programme betrieben werden.

Ärztemangel auf dem Land

Besonders akut ist der Ärztemangel in ländlichen Regionen. Immer häufiger werden Mediziner lediglich auf Honorarbasis beschäftigt. Grund sind neben der demografischen Entwicklung vor allem unterschiedliche Arbeits- und Vergütungsbedingungen. Außerdem wird den Medizinern immer mehr bürokratischer Aufwand aufgebürdet. Vor allem private Arztpraxen leiden darunter, da die Verwaltung der Patienten immer mehr Zeit in Anspruch nimmt, die nicht bezahlt wird. Resultat ist, dass besonders der allgemeinmedizinische Bereich immer stärker von Nachwuchsproblemen betroffen ist. Junge Absolventen gehen zudem häufig ins Ausland.