Kassen genehmigen weniger Mutter-Kind-Kuren
Kassen genehmigen weniger Mutter-Kind-Kuren

Es sind nicht nur die Mütter, die auf zunehmende Belastungen des Alltags mit gesundheitlichen Störungen reagieren. Nach den Erkenntnissen des MGW lässt die Gesundheit vieler Kinder ebenfalls zu wünschen übrig. Während einer Mutter-Kind-Kur müssen die Kinder häufig behandelt werden. Die Einrichtungen des MGW können gleichermaßen auf die Bedürfnisse und Probleme von Müttern und Kindern eingehen. Doch sie haben immer weniger Gelegenheit dazu. Die Krankenkassen genehmigen immer weniger Kuren für Mütter und Kinder. Im letzten Jahr wurde jeder dritte Antrag abgelehnt. Als Folge wurden die Einrichtungen des MGW in den ersten drei Monaten diesen Jahres um 20 Prozent weniger belegt. Das Gesundheitsministerium weiß von den rückläufigen Zahlen, sieht aber keinen Handlungsbedarf.

Ausgaben für Mutter-Kind-Kuren rückläufig

Im März 2010 hatte der Gesundheitsausschuss des Bundestages bereits einen entsprechenden Bericht vorgelegt. Die Dokumentation belegt, dass die Ausgaben der gesetzlichen Krankenkassen für Mutter-Kind- oder Vater-Kind-Kuren im Jahr 2009 um 5,1 Prozent zurückgegangen sind. Doch seine als Ausgleich in den zwei vorherigen Jahren die Ausgaben steil angestiegen. Doch die Geschäftsführerin des Müttergenesungswerkes, Marianne Schilling, hält den Bericht für wenig hilfreich, denn er beschönige die Situation. Die Steigerungen sind nach ihrer Ansicht darauf zurückzuführen, dass im Jahr 2007 die Mutter-Kind-Kuren zu Pflichtleistungen der gesetzlichen Krankenkassen wurden.

Ablehnungen sind gegen Gesetz und Gesundheit  

Es reicht für Frau Schilling nicht aus, wenn der Gesundheitsausschuss die Situation beobachten will. “Die Kassen bräuchten ein Signal, dass die Politik hinter den Mutter-Kind-Kuren steht.” Bundesweit 31 Prozent Ablehnungen sind einfach zu viel. “Viele Krankenkassen handeln eindeutig gesetzwidrig, hier wird auf Kosten der Mütter gespart.” Der Zuwachs an nicht genehmigten Kuren sei bei der Techniker Krankenkasse (TK) und der Barmer GEK besonders deutlich, moniert Marianne Schilling. Sehr oft würden Anträge mit der Begründung abgelehnt, dass die Möglichkeiten von ambulanten Maßnahmen noch nicht ausgeschöpft worden wären.

Ablehnung hat gute Gründe

Thomas Schlicht von der Techniker Krankenkasse sieht die Situation völlig anders. Oft würden die Anträge abgelehnt, weil es keine spezifischen Belastungsstörungen bei den Müttern gibt. Auch wenn die Mütter zu krank und eine Kur nicht optimal ist, werden Anträge nicht genehmigt. Es würden dann alternative Möglichkeiten aufgezeigt. “Manchmal ist eine ambulante Behandlung medizinisch gesehen einfach sinnvoller, ” macht Schlicht klar. Das sei mit einer Ablehnung nicht gleichzusetzen. Auch bei der Barmer GEK werden Anträge nur abgelehnt, wenn es keine medizinische Begründung gibt. “Jeder, der einen Antrag aus medizinischer Sicht benötigt, wird ihn auch genehmigt bekommen“, sagt Thorsten Jakob von der Barmer GEK.

Sorgfalt bei Antragsstellung nötig

Die Anträge für die Kuren von Müttern und Kindern sind schlechter geworden, was ihre Qualität und Sorgfalt betrifft. “Die niedergelassenen Ärzte sollen die Anträge so stellen, dass wir sie als Kassen einwandfrei beurteilen können, ” meint Thomas Schlicht. Auch Thorsten Jakob ist der Meinung, dass eine große Anzahl von Anträgen sehr schlecht begründet ist. Außerdem ist das Antragsvolumen im ersten Quartal 2010 um 15 Prozent zurückgegangen, was die Ausfälle in den Einrichtungen des MGW erklärt. Trotzdem sollten alle Beteiligten ihr Augenmerk auf die Entwicklung richten. Denn nicht nur die Mütter, sonder auch die Kinder leiden unter den steigenden Ablehnungen. “Eine Mutter-Kind-Kurmaßnahme nach den Qualitätsrichtlinien des MGW stärkt die Gesundheit und die Mutter-Kind-Beziehung,” macht Marianne Schilling klar.