KKH Allianz will 2012 den Zusatzbeitrag abschaffen
KKH Allianz will 2012 den Zusatzbeitrag abschaffen

Im März 2010 musste die KKH Allianz einen Zusatzbeitrag in Höhe von acht Euro erheben. Die Defizite im Haushalt zwangen die Verantwortlichen zu diesem Schritt. Viele Versicherte machten aus ihrem Unmut über die zusätzliche finanzielle Belastung keinen Hehl und nahmen ihr Sonderkündigungsrecht in Anspruch. Durch den neuen Zusatzbeitrag verlor die Krankenkasse rund 190.000 Mitglieder. Bevor der Zusatzbeitrag erhoben wurde, konnte die Kasse auf mehr als zwei Millionen Versicherte verweisen. Am Ende des vergangenen Jahres waren es ungefähr neun Prozent weniger. Wie oft in solchen Fällen wechselten vor allem junge und gesunde Mitglieder die Krankenkasse. So verschlechtert sich die Mitgliederstruktur und damit auch die finanzielle Situation. Wenn dann der Zusatzbeitrag erhöht werden muss, kehren noch mehr Mitglieder der Krankenkasse den Rücken. Die KKH Allianz aber kann wohl aus diesem Teufelskreis ausbrechen.

Gute Finanzlage bei der KKH Allianz  

Nach eigenen Angaben konnte die Krankenkasse von Januar bis September dieses Jahres einen Überschuss von 116 Millionen Euro erwirtschaften. Bereits am 11. November sagte Vorstandschef Ingo Kailuweit: "Damit ist die Wahrscheinlichkeit weiter gestiegen, dass wir 2012 keinen Zusatzbeitrag benötigen." Sobald die Prognosen des Bundesversicherungsamtes über die Höhe der Zuweisungen aus dem Gesundheitsfonds vorliegen würden, könne man einen Haushalt aufstellen und bestimmen, ab wann man auf den Zusatzbeitrag verzichten könne.

Abschaffung im März zunächst nur Absichtserklärung   

Das scheint nun festzustehen. Zum 01. März 2012 will die KKH Allianz den Zusatzbeitrag wieder abschaffen. Doch vor den Erfolg haben die Götter den Schweiß gesetzt, denn bevor der Zusatzbeitrag abgeschafft werden kann, muss der Verwaltungsrat das Vorgehen beschließen. Vor allem aber wird die Genehmigung des Bundesversicherungsamtes (BVA) abzuwarten sein. Die Behörde muss sowohl den Haushalt als auch die Aussetzung des Zusatzbeitrages genehmigen. Aus diesem Grund kann Ingo Kailuweit nur die Absicht zur Abschaffung des einkommensunabhängigen Pauschale erklären. Bevor also die amtliche Erlaubnis noch nicht vorliegt, hat die Erklärung keinen offiziellen oder gar rechtlich verbindlichen Charakter. Auch kann niemand mit Sicherheit davon ausgehen, ob die Ankündigung tatsächlich in die Realität umgesetzt wird.

Vorstand ist sich seiner Sache sicher

Als die DAK vor einiger Zeit eine ähnliche Ankündigung machte, rügte das BVA, dass man die Abschaffung des Zusatzbeitrages als feststehende Tatsache darstellte. Auch die KKH Allianz weist nicht darauf hin, dass die Genehmigung der Aufsichtsbehörde Voraussetzung dafür ist. Vorstandschef Ingo Kailuweit macht in allen Gesprächen mit den Medien deutlich, dass man Hausaufgaben gemacht und das Unternehmen besser und effektiver strukturiert habe. Man rechne für das Jahr 2011 mit einem Überschuss von 140 Millionen Euro.

Positiver Ausblick auf 2012

Auch will die KKH Allianz ihr Image als modernes und innovationsfreudiges Unternehmen weiter pflegen und ausweiten. Mit der Abschaffung des Zusatzbeitrages wird die Krankenkasse sicherlich zukünftig in einem besseren Licht dastehen und für die Versicherten attraktiver werden. "Mehr Leistung zu einem noch günstigeren Preis – damit wird die KKH Allianz im kommenden Jahr im Wettbewerb punkten", so Ingo Kailuweit.