Stiftung Wissen
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Hierzulande wird nun schon seit Längerem eine so genannte Qualitätsdebatte geführt, deren Ziel unter anderem darin liegt, die Entscheidungskompetenz von Patienten zu stärken. Wie bekannt wurde, wollen sich nun auch private Krankenversicherungen (PKV) in Form einer eigens gegründeten „Stiftung Gesundheitswissen“ verstärkt in die besagte Debatte einbringen.

Grundlegendes zur „Stiftung Gesundheitswissen“

An sich haben Patienten seit jeher die Entscheidungsfreiheit über die Art ihrer Behandlung. Das Problem ist bloß, dass ihnen in der Regel das medizinische Grundverständnis fehlt, um die für sie beste Entscheidung zu treffen. Aus diesem Grund wolle der Verband der privaten Krankenversicherungen nun die besagte Stiftung Gesundheitswissen nach englischem Vorbild ins Leben rufen. Eine der Hauptaufgaben der Stiftung werde sein, medizinische Information so leicht verständlich wie irgend möglich aufzuarbeiten, dass selbst gänzlich unwissende Laien fortan eine eigene Entscheidung auf Basis wissenschaftlich fundierter Erkenntnisse treffen können.

Weiterführende Informationen zur „Stiftung Gesundheitswissen“

Ein entscheidender Punkt bei der „Stiftung Gesundheitswissen“ ist, dass der PKV-Verband die medizinischen Informationen nicht völlig unabhängig in Eigenregie, sondern in enger Zusammenarbeit mit externen Experten aufarbeiten werde. So solle zum Beispiel schon das zugrunde liegende Methodenpapier zusammen mit versierten Fachleuten der „Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin“ und des „Deutschen Gesundheits-Sachverständigenrates“ ausgearbeitet worden sein. Außerdem wolle die Stiftung bei ihrer Arbeit fortan auf bereits Geleistetes anderer Stiftungen und Institutionen, wie etwa dem „Ärztlichen Zentrum für Qualität in der Medizin“, dem „Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen“ (kurz:IQWiG) oder dem „Netzwerk Evidenzbasierte Medizin“, aufbauen. Entsprechend dazu wäre Verlass darauf, dass die gelieferten Informationen absolut korrekt und entsprechend geäußerte Empfehlungen völlig interessenfrei sind. Soll heißen, dass sich die Empfehlungen alleine zum Wohl der Patienten und nicht etwa zugunsten der Versicherer geäußert würden.

Die Pläne für die Zukunft

Quellen zufolge wolle der PKV-Verband auf Anhieb etwa zwei Millionen Euro pro Jahr aus eigener Hand in die „Stiftung Gesundheitswissen“ investieren. Außerdem heißt es, dass die Investitionshöhe bei Bedarf auf bis zu sieben Millionen Euro jährlich aufgestockt werden. Des Weiteren sei geplant, den sogenannten Pflege-TÜV so neu zu konzeptionieren, dass er noch aussagekräftiger und doch überschaubarer wird. Zu diesem Zweck sollen zum Beispiel die bisherigen Pflegenoten durch informationsreichere Kurzzusammenfassungen nach Vorbild entsprechender Muster vom „GKV-Spitzenverband“ ersetzt werden. Zudem sei geplant, ein spezielles Pflegequalitätsinstitut in das im Jahr 2009 gegründete „Zentrum für Qualität und Pflege“ (kurz: ZQP) einzubinden. Zu klären wäre nun, ob sich die GKV in absehbarer Zukunft ebenfalls an den geplanten Vorhaben beteiligen will oder zumindest dem Vorbild der PKV folgen wird.

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