Krankenkassen: Barmer GEK bleibt auch 2012 ohne Zusatzbeitrag
Krankenkassen: Barmer GEK bleibt auch 2012 ohne Zusatzbeitrag

Mittlerweile erheben elf der insgesamt 154 gesetzlichen Krankenkassen einen Zusatzbeitrag zwischen 6,50 Euro und 15 Euro im Monat, weil die Zahlungen aus dem Gesundheitsfonds nicht ausreichen. Auch wenn die Kassen aus Angst vor einem Mitgliederschwund generell vor einer Einführung der zusätzlichen Beiträge zurückschrecken, sind weitere Zusatzbeiträge vorprogrammiert. Denn der demografische Wandel und der medizinisch-technische Fortschritt schreiten stetig voran und erhöhen die Ausgaben im Gesundheitswesen kontinuierlich. Auch die Tatsache, dass der Beitragssatz zulasten von Arbeitgebern und Arbeitnehmern bei 15,5 Prozent eingefroren wurde, forciert diesen Trend. Die Barmer GEK scheint hingegen alles richtig gemacht zu haben. Wie die Kasse nun offiziell verlauten ließ, wird sie auch 2012 von einem Zusatzbeitrag absehen können.

Barmer GEK auch 2012 ohne Zusatzbeitrag

Die rund 8,6 Millionen Versicherten der größten deutschen Krankenkasse können weiterhin positiv in die Zukunft blicken. “Die Barmer GEK sieht auch im Jahr 2012 keinen Handlungsbedarf in Sachen Zusatzbeitrag”, teilte Verwaltungsratsvorsitzender Holger Langkutsch in Berlin mit. Aufgrund einer positiven Wirtschaftsbilanz sowie einer guten Entwicklung der Mitgliederzahlen bestehe hierfür kein Anlass.

Positive Mitgliederentwicklung der Krankenkasse

Die Schließung der City BKK hatte zuletzt die Finanzprobleme einiger gesetzlicher Krankenkassen in den Fokus gerückt. Die Erhebung der Extrabeiträge hatte die Lage der City BKK jedoch noch zusätzlich verschlechtert, weil viele Versicherte der Kasse den Rückten gekehrt hatten. Bei der Barmer GEK, die Anfang 2010 aus dem Zusammenschluss der beiden Ersatzkassen Barmer Ersatzkasse und Gmünder Ersatzkasse entstanden ist, sind dagegen neue Mitglieder hinzugekommen: 2010 seien insgesamt über 400.000 neue Mitglieder registriert worden, teilte Langkutsch mit. In diesem Jahr seien es bisher 232.000 gewesen. Für einen Zusatzbeitrag scheint es also aktuell keine Notwendigkeit zu geben.

Weitere Zusatzbeiträge wahrscheinlich

Die rund 150 Krankenkassen konnten zwar durch gedämpfte Ausgaben wie beispielsweise im Arzneimittelbereich sowie durch konjunkturbedingt sprudelnde Einnahmen im ersten Quartal 2011 einen Überschuss von rund 1,5 Milliarden Euro erzielen. Trotzdem haben mindestens 20 Kassen nicht die nötigen Finanzreserven und werden daher wahrscheinlich gezwungen sein, in den kommenden Monaten oder Jahren den Extrabeitrag einzuführen.