Krankenkassen: Beitragserhöhung durch Zusatzbeiträge
Krankenkassen: Beitragserhöhung durch Zusatzbeiträge

Neben der Deutschen Angestellten Krankenkasse DAK haben auch die KKH Allianz und mehrere Betriebskrankenkassen einen Mehrbedarf an finanziellen Mitteln angemeldet. Die Kassen kündigten an, diesen Bedarf durch Zusatzbeiträge zu decken. Zunächst dürfte bei den meisten Krankenkassen die Erhöhung die Marke von acht Euro im Monat nicht überschreiten. Doch im Laufe des Jahres könnten einige Krankenkassen höhere Summen von den Mitgliedern fordern. Betroffene haben ein Sonderkündigungsrecht, das kurzfristig zum Wechsel in eine andere Krankenkasse berechtigt. Für immer mehr gesetzlich Versicherte wird die private Krankenversicherung zur Alternative.

Millionen Kassenpatienten betroffen

Allein durch die Erhöhung der Beiträge bei DAK, Deutsche BKK, der BKK Westfalen-Lippe, der ktpBKK und der Novitas BKK sind mehrere Millionen zahlende Mitglieder betroffen. In absehbarer Zeit dürften aber noch mehr Krankenkassen hinzukommen. Die KKH-Allianz und auch die AOK Schleswig-Holstein haben bereits entsprechende Ankündigungen gemacht. Beim Bundesversicherungsamt (BVA) liegen die Anträge mehrerer Krankenkassen auf Erhebung eines Zusatzbeitrages vor. Das BVA rechnet damit, dass im Verlauf des Jahres zahlreiche weitere Anträge folgen werden. Experten schätzen, dass bis Ende 2010 rund 25 bis 30 Millionen gesetzlich Versicherte betroffen sein könnten. 2011 sei sogar zu erwarten, dass alle Krankenkassen Zusatzbeiträge erheben werden.

Politik denkt um

Angesichts der Kosten, die sich für die Versicherten ergeben, drängt die Regierung weiter auf Reformen. Gesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) forderte einen Ausgleich für sozial Schwache und Verbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) übte gegenüber den Krankenkassen Scharfe Kritik. Diese machten es sich zu einfach, Kostenlücken zu schließen, so die Ministerin in einem Zeitungsinterview. Eine effektive Strategie zur Kostensenkung müsse her.
Zusatzbeiträge – Was tun?

Viele gesetzlich Versicherte sind angesichts der Kostensteigerung verunsichert. Der Zusatzbeitrag wird allein den Arbeitnehmern auferlegt, die Arbeitgeberseite beteiligt sich nicht daran. Alle zahlenden Mitglieder sind verpflichtet, den Beitrag zu entrichten. Voraussetzung ist, dass die Krankenkasse den Beitrag entsprechend angekündigt und auf das Sonderkündigungsrecht hingewiesen hat. Versicherte können dann innerhalb von zwei Monaten die Krankenkasse wechseln. Wer nicht zahlt, muss mit Mahnungen und Säumniszuschlägen rechnen.