Krankenkassen benötigen 2010 weniger Zuschüsse
Krankenkassen benötigen 2010 weniger Zuschüsse

Es scheint, als ob die gesetzlichen Krankenkassen sich im Aufschwung befinden. Noch vor kurzer Zeit wurden die Steuerzuschüsse um 3,9 Milliarden Euro auf insgesamt 15,9 Milliarden Euro aufgestockt. Jetzt heißt es nach Berechnungen des Instituts für Weltwirtschaft (IfW) für die Zeitung „Handelsblatt“, dass die gesetzlichen Krankenkassen nur 1,4 Milliarden dieser Aufstockung benötigten. Das wären 2,5 Milliarden Euro weniger als bisher geplant. Das Bundeskabinett hatte gegen Ende des letzten Jahres den Steuerzuschuss von 3,9 Milliarden Euro bewilligt, um somit auch eventuellen Beitragserhöhungen der gesetzlichen Krankenkassen entgegenzuwirken.

Krankenkassen wollen gesamten Zuschuss

Die günstige Lage auf dem Arbeitsmarkt sorgt für stabile Beitragseinnahmen. Auch das IfW geht davon aus, dass sich enorme Anstieg der Ausgaben in diesem Jahr nicht fortsetzen wird. Trotzdem lassen die Mitglieder des GKV-Spitzenverbands verkünden, dass die 3,9 Milliarden Euro unbedingt für die finanzielle Stabilität der Krankenkassen benötigt werden. Damit soll auch die für 2010 erwartete Finanzlücke von 7,8 Milliarden Euro verringert werden.

Krankheiten kosten Milliarden

Nach der Gesundheitsberichterstattung des Bundes (Heft 48) waren 2006 die Krankheitskosten mit 236 Milliarden Euro fast genauso hoch wie der gesamte Bundeshaushalt (261,6 Milliarden Euro). Dabei verteilten sich mehr als die Hälfte dieser Kosten auf nur vier Krankheitsbilder: Krankheiten des Herz- und Kreislaufsystems, des Verdauungssystems, psychische und Verhaltensstörungen sowie Erkrankungen des Muskel-Skellet-Systems.

Die Krankheitskosten variierten sehr stark mit dem Alter. Auf die unter 15-Jährigen, welche einen Anteil von 14 Prozent der Bevölkerung ausmachen, fallen nur 6,1 Prozent der Kosten zurück. Bei den über 64-Jährigen, die mit 19,5 Prozent nur wenig mehr der Gesamtbevölkerung ausmachen, liegt der Anteil an den Krankheitskosten bei fast der Hälfte. Der Bericht wurde vom Statistischen Bundesamt in Zusammenarbeit mit dem Robert-Koch-Institut veröffentlicht.

Kostenfaktor Erkältungswelle

Besonders durch die jahreszeitlich bedingten Grippe- und Erkältungswellen steigen die Ausgaben für die gesetzlichen Krankenkassen zum Jahresende 2009 noch einmal deutlich an. Durch das Verschreiben von Medikamenten und den vorsorglichen Grippeschutzimpfungen entstehen gerade zum Ende jeden Jahres noch hohe Kosten. Im November 2009 stiegen die Ausgaben für Schutzimpfungen im Vergleich zum Vorjahresmonat um knapp 70%.