Krankenkassen: Fusionswelle rollt 2010 weiter
Krankenkassen: Fusionswelle rollt 2010 weiter

Innerhalb der letzten drei Jahre hat sich die Anzahl der bestehenden Krankenkassen beinahe halbiert. Und auch 2010 rollte die Fusionswelle weiter. Laut Bundesversicherungsamt sind zum 01. Januar 2010 neun Fusionen genehmigt gewesen. Beteiligt waren insgesamt 28 Krankenkassen. Durch die Fusion der Barmer mit der Gmünder Ersatzkasse entsteht die größte deutsche Krankenkasse. Die Krankenkassen geben in erster Linie die Auswirkungen des Gesundheitsfonds als Grund für die Zusammenlegungen an. Die Fusionen sollen Verwaltungskosten einsparen helfen und so für mehr Wettbewerbsfähigkeit sorgen. Aufgrund des allgemeingültigen Beitragssatzes können sich viele Krankenkassen nicht mehr ausreichend durch die Beitragssätze voneinander abgrenzen.

Besonders BKK von der Fusionswelle betroffen

Unter den zahlreichen fusionierten Krankenkassen war unter anderem die AOK Berlin, die mit der AOK Brandenburg zur AOK Berlin-Brandenburg wurde. Daneben waren vor allem die Betriebskrankenkassen von Fusionen betroffen. Die BKK GOETZE & Partner, die BKK Ford & Rheinland und die pronova BKK machten sich zu dritt stark. Rechtsnachfolger der drei Krankenkassen ist die pronova BKK. Die BKK vor Ort fusionierte ebenfalls mit der BKK Deutsche BP. Fortgeführt werden die beiden Krankenkassen unter dem Namen BKK vor Ort, um die Erreichbarkeit der neuen Kasse zu verdeutlichen.

Eine weitere Fusion zum 1. Januar 2010 ist die der Vaillant BKK mit der INOVITA BKK. Rechtsnachfolger ist die Vaillant BKK. Weiterhin hat die neue BKK sich mit der Siemens- Betriebskrankenkasse (SBK) zusammengeschlossen. Die beiden Kassen werden als SBK weitergeführt. Auch eine Vereinigung der BKK Ost-Hessen mit der Schwenninger Betriebskrankenkasse erfolgte zum Jahreswechsel. Rechtsnachfolger der beiden Krankenkassen ist die Schwenniger Betriebskrankenkasse. Ebenfalls am 1. Januar 2010 fusionierte die ATLAS BKK mit der BKK AHLMANN. Der Rechtsnachfolger der beiden Krankenkassen ist die atlas BKK ahlmann.

Weitere Kassenfusionen 2010

Auch die Deutsche Angestelltenkrankenkasse (DAK) fusionierte zu Beginn des Jahres 2010. Ihr Fusionspartner ist die Hamburg Münchener Krankenkasse. Das Ergebnis des Zusammenschlusses der beiden Kassen ist die neue DAK – Unternehmen Leben.

Unter den Innungskrankenkassen erfolgte ebenfalls ein Zusammenschluss. So fusionierte die nord- und mitteldeutsche IKK (numIKK) mit der SIGNAL IDUNA IKK am 31. Dezember 2009 zur gleichnamigen SIGNAL IDUNA IKK.

Größte deutsche Krankenkasse entsteht

Die größte Fusion zum 01.01.2010 erfolgte jedoch durch die Barmer und die Gmünder Ersatzkasse. Durch ihren Zusammenschluss entstand die größte Krankenkasse in Deutschland. Die Barmer GEK ist Rechtsnachfolger der beiden fusionierten Krankenkassen und verdrängt nun mit rund 8,6 Millionen Versicherten die Techniker Krankenkasse auf Platz zwei.

Gründe für Fusionen

Aber auch der Gesundheitsfonds ist ein wichtiger Grund für die Fusionswelle, die inzwischen viele gesetzliche Krankenkassen erfasst hat. Ausschlaggebend dafür ist nach Angaben der Krankenkassen der Verwaltungsaufwand, der durch den Gesundheitsfonds verursacht wird. Damit verbunden sind steigende Kosten, die die Verwaltungsaufgaben betreffen. Die Krankenkassen versprechen sich durch die Fusionen Kosteneinsparungen und somit mehr Wettbewerbsfähigkeit.   

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