Geld
Minus in Millionenhöhe bei gesetzlichen Krankenkassen. © panthermedia.net / Andriy Popov

Die deutschlandweiten Gesundheitsausgaben sind gestiegen. Im ersten Halbjahr 2015 verzeichneten die gesetzlichen Krankenkassen ein Defizit von rund 500 Millionen Euro. Dennoch sagt das Bundesgesundheitsministerium, die Lage der gesetzlichen Krankenversicherung sei stabil. Zudem sollen die Krankenkassen bei der Vorsorge künftig tiefer ins Portemonnaie greifen.

Erklärungen zum Haushaltsdefizit

Die genaue Summe des Defizits wird mit 490 Millionen Euro angegeben. So gab es das Bundesgesundheitsministerium in seinen vorläufigen Rechnungsergebnissen (KV-45) bekannt. Als Erklärung für die fehlende Summe führt das Ministerium den Grund einer Senkung des Zusatzbetrages um 0,07 Prozent an. Ohne diese Senkung wäre die Bilanz nahezu ausgeglichen. Generell können die Krankenkassen aus Reserven in Höhe von 15,2 Milliarden Euro schöpfen, ein Betrag, der sich seit dem 30. Juni 2014 um eine Milliarde verringert hat. Die jeweilige Höhe der Reserven hängen von Kassenart und Kasse ab. Um die fast 500 Millionen Euro Defizit auszugleichen, fordern Politiker ein Ende der Arbeitgeberbeitragsdeckelung.

Die Reserve des Gesundheitsfonds

Laut Bundesgesundheitsministerium verfügt der Gesundheitsfonds über eine Reserve in Höhe von 8,6 Milliarden Euro. Gesetzlich seien nur 50 Prozent dieser Summe vorgeschrieben. Dennoch ist diese Reserve im Vergleich zum Vorjahr 2,5 Milliarden Euro geringer. Der größte Teil deshalb, weil es zu einer temporären Absenkung des Steuerzuschusses aus dem Bundeshaushalt kam. Dieser soll nächstes Jahr allerdings wieder angehoben werden. Des Weiteren ist anzunehmen, dass der Gesundheitsfonds durch die Einnahmen aus Beiträgen zu Urlaubs- und Weihnachtsgeld in den nächsten sechs Monaten wieder mehr Rücklagen aufbauen wird.

Erhöhte Ausgaben durch neue Medikamente

Die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) profitiert also von der positiven Entwicklung der Wirtschaftslage. Die Ausgabenentwicklung hat sich auf 3,9 Prozent reduziert, dazu gehören auch Ausgaben für die Verwaltung. Vergangenes Jahr lag diese bei fünf Prozent. Dies gilt speziell für die Arzneimittelausgaben. Hier kam es 2014 zu einem starken Anstieg von 9,4 Prozent pro Versichertem. Der Grund liegt in der Reduzierung gesetzlicher Rabatte. Der Anstieg lag im ersten Halbjahr bei 4,8 Prozent und damit unter dem gewünschten Betrag der Rahmenvereinbarung zwischen der kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) und der GKV. Die Erklärung für die vermehrten Ausgaben erklärt das Ministerium mit Innovationen im Bereich von Arzneimitteln, also für neue Medikamente, in Höhe von 600 Millionen Euro.

Prävention soll in Zukunft bevorzugt werden

Die Gesundheitsvorsorge soll laut Bundesgesundheitsministerium künftig besser werden. Seit langer Zeit haben sich die Ausgaben für Krankengelder um 5,3 Prozent angemessen erhöht. In den letzten zehn Jahren waren diese Ausgaben teilweise fast doppelt so hoch. Der Sachverständigenrat soll die Gründe in einem Sondergutachten untersuchen. Ein verhältnismäßig hoher Anstieg von sieben Prozent wird hingegen bei den Präventionsleistungen beobachtet.