Erkältung
Deutlich mehr Krankschreibungen im ersten Halbjahr © panthermedia.net / Krzysztof Zabłocki

Der Krankenstand deutscher Arbeitnehmer lag im ersten Halbjahr 2015 bei 4,1 Prozent. Damit ist er um 0,3 Prozentpunkte höher als noch vor einem Jahr. Das geht aus einer aktuellen Erhebung hervor, die die DAK in Auftrag gegeben hatte.

Die Ursachen der Fehltage

56 Prozent, also über die Hälfte aller Krankschreibungen, hatten ihre Ursachen in drei verschiedenen Diagnosegruppen. Die häufigste Diagnose war dabei die einer Muskel-Skelett-Erkrankung. Vor allem akute Rückenschmerzen plagten viele Arbeitnehmer. Jeder fünfte Krankheitstag konnte auf eine solche Ursache zurückgeführt werden. Den zweiten Platz nahmen Atemwegserkrankungen ein. Sie verursachten 20,4 Prozent aller Fehltage. Damit stiegen Atemwegserkrankungen wie Husten und Schnupfen um insgesamt 45 Prozent an. Die Dauer einer solchen Krankschreibung betrug im Schnitt 6,6 Arbeitstage. Psychische Erkrankungen lagen bei diesem Ranking mit 15 Prozent auf dem dritten Platz (siehe auch

Psychische Erkrankungen

Der Anteil von psychischen Erkrankungen ist gegenüber dem gleichen Zeitraum im Vorjahr um 1 Prozent gesunken. Bei psychischen Erkrankungen sind die Ausfalltage in den meisten Fällen jedoch sehr hoch. Ihre Zahl kletterte bezogen auf 100 Erkrankte zudem von durchschnittlich 109,8 Tagen auf 111,9 Tage. Die Dauer einer psychischen Erkrankung, etwa einer Depression, beträgt im Schnitt 36,5 Tage. Damit sind psychische Erkrankungen ein schwerwiegender Kostenfaktor für die Krankenversicherungen und für die Wirtschaft. Bereits 2014 entfielen knapp 17 Prozent aller Arbeitstage aufgrund von Depressionen. Die Diagnose Burnout ist bei psychischen Erkrankungen insgesamt erstmals seit 10 Jahren rückläufig.

Regionale Unterschiede wurden deutlich

Der Vergleich der Krankenstände in den östlichen und westlichen Bundesländern hat ergeben, dass der Osten mit einem Prozent mehr Krankschreibungen leicht vorne liegt. Im Westen belief sich der Anteil der Krankschreibungen auf 4 Prozent, in den östlichen Bundesländern auf 5 Prozent. Auch bei den Ursachen der Krankschreibungen konnten regional deutliche Unterschiede ausgemacht werden. Insgesamt ist der Anstieg des bundesweiten Krankenstandes jedoch als nicht dramatisch zu bewerten. DAK-Vorstandschef Herbert Rebscher führte den Anstieg auf Erkältungswellen zurück. Für die Analyse des Krankenstandes in Deutschland im ersten Halbjahr 2015 zeigt sich das Berliner IGES Institut verantwortlich. Das Institut hatte dafür die Krankendaten von 2,6 Millionen Berufstätigen erhoben, die bei der DAK versichert sind.