Medikamente illegal in Apotheken verkauft
Medikamente illegal in Apotheken verkauft

Eine Apotheke wurde bereits verklagt. Der zuständige Apotheker soll Medikamente im Wert von etwa 1,7 Millionen Euro illegal abgerechnet haben. Der Gesamtschaden soll in die Millionenhöhe reichen. In ganz Norddeutschland wird bereits ermittelt. Vor allem in Hamburg, Celle, Verden, Kiel und Braunschweig sind die zuständigen Staatsanwaltschaften aktiv. Erschreckend ist die Ausbreitung vom Internethandel auf bundesweite Produktionsstellen. Früher habe der Medikamentenhandel mit unerlaubten Präparaten nur im Internet stattgefunden, doch jetzt schrecken offenbar auch deutsche Apotheker nicht mehr vor ungesetzlichen Geschäften zurück.

Keine Grenzen der Produktion

Bekannt machte den Skandal ein Großhändler, der aus dem Geschäft aussteigen wollte und den Ermittlungsbehörden einige Lieferscheine zur Verfügung stellte. Diese bewiesen die illegalen Importe von Medikamenten aus dem Ausland. Bis vor einigen Jahren handelte es sich bei diesen Geschäften lediglich um Potenzmittel wie Viagra. Dies hat sich mittlerweile stark geändert. Es werden im Grunde alle Arzneimittel importiert und produziert, sogar Arzneimittel für Krebskranke oder Antibiotika. Es wird vor nichts zurückgeschreckt.

Herstellung der Medikamente

Um ihr Geschäft in Gang zu bringen und mehr Geld zu verdienen, fahren Apotheker auf den sogenannten „Grauen Markt“ und erwerben dort kostengünstige Wirkstoffe. Diese sind in der Bundesrepublik Deutschland nicht zugelassen. Die Apotheker stellen dann individuell für ihre Patienten Mischungen her, verkaufen sie als angeblich legale Medikamente an ihre Kunden und lassen die Präparate dann bei den Krankenkassen zu sehr hohen Preisen abrechnen.

Erschreckend ist weiterhin, dass selbst im Inland solch illegale Geschäfte gemacht werden. Es solle Produzenten in der Bundesrepublik geben, die alle möglichen Arzneimittel herstellen und diese dann vor allem im Internet zum Verkauf anbieten.

Verstärkte Suche nach illegalen Importen

In Hamburg ist der Zoll inzwischen verstärkt am Aufspüren illegaler Wirkstoffe, die direkt über den Hamburger Hafen oder über die Luftpost nach Deutschland eingeführt werden. Allerdings erweist sich die Überwachung als schwierig, denn für Grundstoffe besteht kein Gesetz für das Vorweisen einer Einfuhrgenehmigung. Einer der größten Exporteure ist China.

Gefahr für Patienten

Die Zunahme gefälschter Medikamente alarmierte auch die EU. Aus diesem Grund wird nun in Brüssel an Maßnahmen zum Schutze der Verbraucher gearbeitet, denn für diese kann die Einnahme solch illegaler Medikamente eine große Gefahr bedeuten und sogar tödlich enden. Ebenfalls müssen die Krankenkassen einen hohen Schaden verzeichnen. Der NDR wird weiterhin über das Problem berichten.