Mehr Beschwerden in der privaten Krankenversicherung
Mehr Beschwerden in der privaten Krankenversicherung

Laut Ombudsmann, der unabhängigen Schiedsstelle für Versicherungsangelegenheiten, sind die Zahlen der Beschwerden von privat Versicherten im Jahr 2009 um rund 15 Prozent gestiegen. Demnach beklagten sich im vergangenen Jahr 5015 private Versicherungsnehmer über ihre Krankenversicherung, 2008 waren es noch knapp 4200 Personen gewesen. Experten erwarten für 2010 zwar einen weiteren Anstieg der Beschwerden, dennoch sind diese Zahlen relativ niedrig. Von insgesamt ca. 8,8 Millionen privat Versicherten haben weniger als ein Prozent eine Beschwerde eingereicht. Hauptgrund für die Einwände waren Streitigkeiten über die medizinische Notwendigkeit von Leistungen.

Beschwerden werden steigen

Laut Helmut Müller, Mitarbeiter des Ombudsmannes, wäre nach aktuellen Hochrechnungen davon auszugehen, dass sich die Zahlen der Beschwerden im Jahr 2010 noch weiter häufen werden. Bei dem Ombudsmann handelt es sich um eine kostenlose und unabhängige Schlichtungsstelle, die in Versicherungsangelegenheiten zwischen den Versicherten und der Krankenversicherung vermittelt.
Finanziert wird der Ombudsmann durch Versicherungsbeiträge. Müller erklärte auf einer Tagung des Bundes der Versicherten, dass gemäß Hochrechnungen ein Trend ausgemacht werden konnte, der eine ansteigende Unzufriedenheit der privaten Versicherungsnehmer belege. Für die aktuelle Trendanalyse wurden alle Beschwerdeeingänge von Januar bis März 2010 genau untersucht.

Anteil der Klagen in Realität sehr gering

Obwohl die Zahl der Klagen prozentual gestiegen ist, lassen sich dadurch kaum Rückschlüsse auf die reale Situation in der privaten Krankenversicherung zurückführen. 2009 waren knapp neun Millionen Deutsche in einer privaten Krankenversicherung vollversichert, hinzu kommen rund 16 Millionen gesetzlich Versicherte, die eine zusätzliche private Krankenzusatzversicherung abgeschlossen haben. Die rund 5000 Beschwerden, die 2009 beim Ombudsmann eingegangen sind, nehmen mit 0,06 Prozent in der gesamten Versichertengemeinschaft einen eher geringen Teil ein.

Streitpunkt Behandlungsgewährung

Laut Ombudsmann war die medizinische Notwendigkeit von Behandlungen mit etwa 22,9 Prozent Streitpunkt Nummer eins in den Konflikten mit der Krankenversicherung. Eine Beschwerden über die Beiträge der Krankenversicherung lag hingegen bei nur ca. 13,9 Prozent der Fälle vor.
10,4 Prozent beschwerten sich aufgrund der Auslegung der allgemeinen Versicherungsbedingungen. Knapp neun Prozent reichten Klage aufgrund der Beendigung von Verträgen ein. 8,2 stritten sich mit ihrer privaten Krankenversicherung in Bezug auf die Gewährleistung von Arznei-, Heil- und Hilfsmitteln. Genauso viele Versicherte legten noch einmal Beschwerde ein, um eine Beitragsanpassung erreichen zu können.

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