Millionenkosten: BKK-Verbund rettet GBK und City BKK
Millionenkosten: BKK-Verbund rettet GBK und City BKK

Im Vorfeld der mehrstündigen BKK-Vorstandstagung am Freitag war über Fusionen und eine mögliche Schließung der bedrohten Betriebskrankenkassen spekuliert worden. Dem BVA hatten die City BKK, die GBK und die BKK für Heilberufe bereits im Juni 2010 eine mögliche Zahlungsunfähigkeit angezeigt. Letztere Krankenkasse konnte sich aus eigener Kraft aus der Misere befreien, die anderen beiden sind auf die Hilfe des Bundesverbandes angewiesen. Dieser investiert dem Handelsblatt zufolge etwa 60 Millionen Euro, um eine Schließung zu verhindern, welche die Gemeinschaft der BKK circa das Dreifache kosten würde und zudem Schwierigkeiten mit der Gewerkschaft Verdi verursachen würde. Die Rettungsaktion kostet die Betroffenen ihre Eigenständigkeit und teilweise ihre Verwaltungssouveränität.

City BKK: Rettung unter Zwangsverwaltung

Wie eine Sprecherin des BKK-Bundesverbandes mitteilte, werde die City BKK zu harten und streng kontrollierten Auflagen verpflichtet: Das bisherige Management wurde von seinen Aufgaben entbunden, dem Handelsblatt zufolge wird für die kommenden Monate ein externer Berater die Kassenverwaltung übernehmen. Anschließend wird ein Sanierungsvorstand die BKK bis Ende 2012 leiten und auf eine Fusion vorbereiten. Im Gespräch sei dafür Dirk Lauenstein von der Pronova BKK. Das Entschuldungsverfahren kostet den Bundesverband etwa 40 Millionen Euro und soll bis 2012 abgeschlossen sein; das BVA, der Spitzenverband der Krankenkassen sowie externe Berater werden den Prozess überwachen.

GBK: 15 Millionen Euro als "Fusionsanreiz" für potentielle Partner

Während die City BKK etwa 190.000 Mitglieder hat, betreut die Gemeinsame Betriebskrankenkasse aus Köln nur etwa 30.000 Versicherte. Sie ist nach eigenen Angaben aufgrund der hohen Behandlungskosten zweier Versicherter, die an der Bluterkrankheit leiden, in finanzielle Schwierigkeiten geraten. Der BKK-Bundesverband will etwa 18 Millionen Euro in die Sanierung investieren und bietet einen finanziellen Anreiz für mögliche Fusionspartner: 15 Millionen Euro. Da die GBK möglichst mit einer anderen BKK fusionieren soll, ist die AOK Rheinland/Hamburg aus dem Rennen. Sie hatte bereits Interesse an einer Fusion bekundet. Als neuer Kandidat gilt die BKK mhplus.

Entschuldung wesentlich günstiger als Schließung

Dass die Rettungsaktion nicht aus reiner Nächstenliebe beschlossen wurde, machen Zahlen des Handelsblatts aus Branchenkreisen deutlich: Schließt das BVA die beiden Krankenkassen, müssen diese vollständig abgewickelt, das Personal entlassen und sämtliche Verbindlichkeiten vom Verbund übernommen werden. Das könnte mit 160 Millionen Euro wesentlich teurer werden als die Sanierungen, für die etwa 60 Millionen Euro eingeplant sind. Offiziell bestätigt seinen diese Zahlen jedoch noch nicht.