Mit Kopfschmerzen zur Schule: Stress plagt Schüler
Mit Kopfschmerzen zur Schule: Stress plagt Schüler

Die Studie wurde von der Universität Lünebürg im Auftrag der Deutschen Angestelltenkrankenkasse (DAK) durchgeführt und heute veröffentlicht. Im Laufe der Untersuchung wurden fast 4.500 Schüler aus Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Thüringen und Hessen im Alter zwischen 10 und 21 Jahren befragt. Am häufigsten genannte Stresssysmptome sind demzufolge Schlafstörungen (22 Prozent). 16 Prozent klagen über regelmäßige Kopfschmerzen oder Rückenschmerzen. Bei Mädchen ist die Stressanfälligkeit offenbar höher als bei Jungen: 40 Prozent der Schülerinnen klagen über mehrmals in der Woche auftretende Beschwerden.

Grund: Leistungsdruck

Die Gründe für diese gesundheitlichen Probleme sind offenbar vielschichtig. Oft sehen sich die Schüler Prüfungsangst ausgesetzt; jeder zweite sei davon betroffen, so die Studie. Aufgrund des Leistungsdrucks erleben viele Kinder die Schule als besonders negativ, worauf viele Schüler psychisch reagieren. Cornelius Erbe von der DAK sieht Eltern und Lehrer gleichermaßen in der Pflicht. Wichtig sei es, die schulischen Probleme zu thematisieren anstatt sie zu tabuisieren. Ein offener Umgang helfe eher als das Verdrängen. Schüler, die ihre Probleme offen angehen, leiden der Studie zufolge seltener an psychischen Beschwerden.

Ein weiterer Grund scheint aber auch das allgemeine soziale Klima im Lernverband zu sein. Herrscht ein schlechtes Klassenklima, steigt der Anteil der Schüler mit psychischen und gesundheitlichen Problemen deutlich an, so die Studie. Fast die Hälfte aller Lernenden fühlt sich in der Schule „verzweifelt“. Gymnasiasten sind seltener betroffen als Schüler anderer Schulformen, sagte Anica Richardt von der Universität Lüneburg.

Unterschied bei Jungen und Mädchen

Mädchen leiden offenbar besonders häufig an psychosomatischen Beschwerden. Mit 38,2 Prozent liegt der Anteil deutlich über dem der Jungen (21,3 Prozent). Bei Kopfschmerzen fällt der Unterschied sogar noch deutlicher aus. Aber auch das Alter spielt eine entscheidende Rolle: Bei Jungen verschlimmert sich die Situation ab dem 12. Lebensjahr nicht weiter. Mädchen dagegen müssen im gesamten Verlauf der Pubertät mit einer stetigen Verschlimmerung der Symptome rechnen. Besonders während des Übergangs in das Berufsleben seien viele Schüler betroffen.

Frühere Studien

Bereits früher hat sich die DAK mit dem Thema Schulstress befasst. Im April 2009 veröffentlichte die Krankenkasse eine Forsa-Umfrage unter Eltern zum Thema Schulstress. Demnach beobachten Eltern, deren Kinder eine Hauptschule besuchen, besonders häufig Symptome von Schulstress.

Nach den geeignetsten Strategien zur Vermeidung von Stress in der Schule gefragt, nannten die meisten Sport und viel Bewegung. 67 Prozent hielten das für die beste Möglichkeit, psychosomatischen Beschwerden vorzubeugen. Gemeinsame Unternehmungen mit der Familie wurden am zweit häufigsten genannt. Die Behandlung mit Medikamenten hielten die befragten Eltern fast durchweg für gar nicht geeignet, dem Problem effektiv zu begegnen.

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