Pflege: FachkrÀftemangel durch Greencard beseitigen

Pflege: FachkrÀftemangel durch Greencard beseitigen

Laut dem Arbeitgeberverband Pflege sei das Problem des FachkrĂ€ftemangels in der Pflegeversicherung mit deutschem Personal nicht zu bewerkstelligen. „Das Konzept Frau pflegt Frau, Mann pflegt Mann und das auf Deutsch wird es nicht mehr geben“. Deshalb fordert der Vorsitzende des Verbands, Thomas Greiner, die Eintrittsbedingungen fĂŒr auslĂ€ndische KrĂ€fte zu vereinfachen: „AuslĂ€ndische KrĂ€fte mĂŒssen kommen und hier arbeiten dĂŒrfen ohne bĂŒrokratische Auflagen wie perfekte Sprachkenntnisse“. Grund fĂŒr den steigenden Bedarf sei nicht nur die zunehmende alternde Gesellschaft, sondern auch das Abwandern von FachkrĂ€ften ins Ausland, z.B. nach Österreich oder in die Schweiz. Dort finden die Arbeitnehmer bessere Arbeitsbedingungen vor. Die QualitĂ€t der Pflege in Deutschland leidet unter diesen Problemen, und Leistungen der Pflegeversicherung können vielfach kaum abgerufen werden. 

Erschwerter Zugang fĂŒr auslĂ€ndische KrĂ€fte

Bislang ist der Zutritt auf den deutschen Arbeitsmarkt fĂŒr Arbeitnehmer aus den EU-BeitrittslĂ€ndern vom 1. Mai 2004 noch beschrĂ€nkt. Die ArbeitnehmerfreizĂŒgigkeit tritt erst 2011 ein, dann haben Arbeitnehmer aus Mittel- und Osteuropa uneingeschrĂ€nkten Zutritt zum deutschen Arbeitsmarkt, viele ArbeitskrĂ€fte aus diesen LĂ€ndern arbeiten bereits illegal in der deutschen Pflegebranche. Bernd Meurer, PrĂ€sident des Bundesverbandes privater Anbieter sozialer e.V. (bpa) forderte eine Greencard fĂŒr Personal aus Nicht-EU-Staaten fĂŒr die Pflege. Deutsche und europĂ€ische FachkrĂ€fte werden nicht ausreichen, so Meurer. 

Kritik von Gewerkschaften

PflegeverbĂ€nde und Gewerkschaften Ă€ußerten heftige Kritik an der Forderung einer Greencard. Die GrĂŒnde fĂŒr den FachkrĂ€ftemangel sei gerade von den Leuten zu verantworten, die ArbeitskrĂ€fte aus dem Ausland forderten. Geringe Bezahlung und schlechte Arbeitsbedingungen machen einen Pflegeberuf nicht besonders attraktiv. Viele Leute assoziieren damit harte Knochenarbeit, viel Stress und Dumpinglöhne. FĂŒr gut ausgebildete Leute aus Deutschland ist es sehr schwer, mit dem Job ihren Lebensunterhalt zu bestreiten, sie können nicht konkurrieren. Viele Pflegeeinrichtungen beschĂ€ftigen viele auslĂ€ndische ArbeitskrĂ€fte, legal und illegal, 1-Euro-Jobber oder Zivildienstleistende. „Wer Tarifdumping sĂ€t, der erntet FachkrĂ€ftemangel“, so Ellen Paschke, Bundesvorstandsmitglied der Gewerkschaft Verdi. Doch der FachkrĂ€ftemangel lasse sich leicht beheben, sagte Paschke: „mit vernĂŒnftigen Löhnen und menschenwĂŒrdigen Arbeitsbedingungen“.

Nachwuchs fĂŒr den Pflegeberuf

Mit diesen Maßnahmen könnte in erster Linie das Potential von ArbeitskrĂ€ften in Deutschland genutzt werden. Mehr Menschen wĂŒrden sich fĂŒr den Pflegeberuf begeistern und junge Leute eine Ausbildung in dieser Richtung ergreifen. Anstatt Einwanderung aus dem Ausland zu unterstĂŒtzen, könnte somit vielen Arbeitssuchenden und Menschen mit Migrationshintergrund eine Perspektive geboten werden. Außerdem ist geplant, durch Bachelor und Master neue akademische AbschlĂŒsse fĂŒr die Pflegeberufe einzufĂŒhren. Dadurch soll das Berufsbild fĂŒr junge Menschen attraktiver und die QualitĂ€t der Pflege und die Leistungen der Pflegeversicherung gesteigert werden. 

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Als Fachjournalist arbeite ich seit einigen Jahren beim 1A Verbraucherportal und leite seit 2010 die Redaktion fĂŒr die Spezial- und Infoportale des Unternehmens.