Pflege: Mehr AOK-Versicherte sollen Sonderbetreuung erhalten
Pflege: Mehr AOK-Versicherte sollen Sonderbetreuung erhalten

Seit Jahren versucht die AOK die ambulante medizinische Versorgung von Bewohnern in vollstationären Pflegeheimen zu verbessern. Gemeinsam mit der Kassenärztlichen Vereinigung des Landes Mecklenburg-Vorpommern entwickelte die AOK Nordost in diesem Zusammenhang vor zwei Jahren das Modell “Pflegeheim Plus”, wie beide Koorperationspartner am Dienstag in Schwerin mitteilten. Bis Ende 2011 sollen nun in 60 der insgesamt 231 Pflegeheime des Bundeslandes feste Hausarztteams als permanente Ansprechpartner den AOK-Versicherten zur Seite stehen, erklärte AOK-Pflege-Geschäftsführer Hans-Joachim Fritzen. Derzeit bekommen 1.600 Heimbewohner in 50 Heimen diese Sonderbetreuung. Für sie bieten Hausärzte wöchentlich Sprechstunden im Heim an und sind tagsüber auch außerhalb der Sprechzeiten für die Bewohner erreichbar.

Bessere Betreuung bei niedrigeren Kosten

Das Modellprojekt “Pflegeheim Plus” hat sich nach Angaben der AOK Mecklenburg-Vorpommern bereits bewährt. Durch das Programm habe es 2010 im Vergleich zum Vorjahr 22 Prozent weniger Klinikeinweisungen in den beteiligten Heimen gegeben, berichtet Hans-Joachim Fritzen. Dadurch seien insgesamt 2,3 Millionen Euro eingespart worden.

Qualitätsverbesserung in der Pflege

Nun sollen mehr Heimbewohner als bisher in den Genuss der Sonderbetreuung kommen. Die Pflegebedürftigen profitieren dann direkt im Heim von der Betreuung der Hausärzte und können diese auch außerhalb ihrer Praxiszeiten telefonisch erreichen. Erklärtes Ziel der Kooperation ist es, insbesondere unnötige Krankenhausüberweisungen oder Doppeluntersuchungen zu vermeiden und dabei gleichzeitig für eine bessere Struktur, Koordination und Qualität in der Betreuung der Pflegebedürftigen zu sorgen. Bisher beteiligen sich landesweit 64 Ärzte an dem Modell. Dafür erhalten die Mediziner pro Patient einmal im Quartal eine Aufwandsentschädigung von 30 Euro.

Kritik: Mangel an Fachärzten

Nach Ansicht des Vorsitzenden der Linksfraktion im Landtag, Helmut Holter, ist das Programm “Pflegeheim Plus” jedoch längst überfällig. Seiner Meinung nach fehle es insbesondere an Fachärzten, wie Augen- und Ohrenärzten, Geriater und Psychologen für die Versorgung der Menschen im Pflegeheim. Seit Abschluss der Rahmenvereinbarung zwischen KV und AOK seien bereits wieder neun Monate ins Land gegangen, kritisiert der Politiker weiter. Dennoch sei das Programm ein Schritt in die richtige Richtung.