Pflegefall: Viele Arbeitnehmer fühlen sich schlecht abgesichert
Pflegefall: Viele Arbeitnehmer fühlen sich schlecht abgesichert

Die Anzahl der Pflegebedürftigen in der Bundesrepublik Deutschland nimmt immer weiter zu. Diese Tendenz wird sich in der Zukunft noch verstärken. Um eine bessere Absicherung für das Alter zu schaffen, hat die schwarz-gelbe Bundesregierung den "Pflege-Bahr" auf den Weg gebracht. Diejenigen Bürger, die sich dafür entscheiden, durch den Abschluss einer privaten Pflege-Zusatzversicherung vorzusorgen, sollen von Seiten des Staates belohnt werden. Unter bestimmten Voraussetzungen wird eine monatliche Förderung von fünf Euro gewährt. Um diese zu erhalten, müssen die Versicherungsnehmer allerdings pro Monat mindestens zehn Euro eigenständig einzahlen. Damit soll eine spätere Versorgungslücke geschlossen werden. Um die Meinung der Arbeitnehmer zu dieser Förderung und der Absicherung für das Alter transparent zu machen, hat die IW Consult eine Online-Befragung unter 1.000 Arbeitnehmern durchgeführt. Die Befragung fand zwischen dem 20. Juli und dem 2. August 2012 statt.

Viele Befragte glauben an eigene Pflegebedürftigkeit in der Zukunft

Fast 60 Prozent der befragten Bürgerinnen und Bürger glauben, dass sie in Zukunft einmal auf Leistungen aus der Pflegeversicherung angewiesen sein werden. Zwei Drittel der Betroffenen sind der Ansicht, dass sie in diesem Fall nicht in einem ausreichenden Maße für den Pflegefall abgesichert sein werden. Dazu gehören vor allem Arbeitnehmer, die über einen Haupt- oder Volksschulabschluss verfügen, Frauen und Personen im Alter von 35- bis 49 Jahren.

Jüngere Menschen bauen auf den Pflege-Riester

Für 48 Prozent der Arbeitnehmer ist die monatliche Förderung durch den Pflege-Riester bzw. Pflege-Bahr nicht von Relevanz und hat keinen Einfluss auf die Entscheidung pro oder contra einer privaten Vorsorge für das Alter. Die Bedeutung der staatlichen Förderung hängt laut den Umfrageergebnissen insbesondere von dem Alter der Befragten ab. Für 60,4 Prozent der 16- bis 24-Jährigen, die in die Befragung miteinbezogen wurden, stellt das Förderangebot des Staates ein für ihre Entscheidung relevantes Kriterium dar. Je älter die befragten Bürger waren, desto weniger Bedeutung gaben sie dem vorbenannten Vorsorge-Modell für den Pflegefall.

Teilnehmerauswahl entsprechend soziodemografischer Merkmale

Die befragten Bürger wurden entsprechend der Verteilung von soziodemografischen Merkmalen in Deutschland ausgewählt. So gab es Teilnehmer mit Haupt- bzw. Volksschulabschluss, Teilnehmer mit einem Abschluss der Realschule bzw. der Polytechnischen Oberschule und Teilnehmer mit Abitur oder Fachhochschulreife. Zudem wurden die Mitwirkenden in die Altersgruppen 16 bis 24, 25 bis 34, 35 bis 49 und 50 bis 65 unterteilt. Die Befragung wurde von der IW Cosult, einem Tochterunternehmen des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) durchgeführt.