Pflegekräfte: Frauen in der Pflege in der deutlichen Überzahl
Pflegekräfte: Frauen in der Pflege in der deutlichen Überzahl

Aktuelle Zahlen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) offenbaren eine gewaltige Überzahl an weiblichen Arbeitskräften im nichtärztlichen Krankenhausbetrieb. Laut einer Pressemitteilung des Bundesamtes arbeiteten 2010 insgesamt 406.000 Personen im Krankenhausbetrieb. Von diesen waren 86 Prozent Frauen. Dieses Bild zieht sich durch nahezu alle nichtärztlichen Angestelltenbereiche im Krankenhaus. Von den insgesamt 888.000 beschäftigten Personen waren 713.000 weiblichen Geschlechts. Dies entspricht einer Quote von 80 Prozent. Lediglich im technischen Dienst zeigt sich ein anderes Bild. Hier ist die Mehrheit mit 93 Prozent männlich.

Männliche Pfleger zur Beseitigung des Fachkräftemangels

Aufgrund des demografischen Wandels werden in Zukunft immer mehr Pflegekräfte benötigt. Bereits heute zählt der Arbeitmarkt Pflege zu den dynamischsten in der ganzen Bundesrepublik. Laut Berechnungen (PDF) des Statistischen Bundesamtes und des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) werden im Jahr 2025 insgesamt 940.000 Pflegekräfte benötigt. Auf der Angebotsseite werden jedoch lediglich 747.000 ausgebildete Pflegevollkräfte stehen. Ab spätestens 2018 wird auch durch fachfremdes Personal der Pflegebedarf nicht mehr gedeckt werden können. Durch die Ausnutzung des männlichen Bevölkerungspotentials in der Pflege könnte dieser Entwicklung entgegen gewirkt werden.

Neues Berufausbildungsgesetz für generalistische Pflegekräfte

Der zunehmende Pflegefachkräftemangel ist vor allem auf eine geringe Attraktivität des Berufsbildes zurückzuführen. Um dem entgegenzuwirken, wurden bereits im vergangenen Jahr Mindestlöhne für die Pflegebranche vereinbart. Hinzu kommt jetzt ein neues Ausbildungsgesetz, dass die derzeit getrennten Berufe des Altenpflegers, des Krankenpflegers und des Kinderkrankenpflegers zusammenführt. Parallel dazu sollen auch akademische Ausbildungen in der Pflegebranche eingeführt werden. Die Eckpunkte (PDF) dazu wurden von einer Bund-Länder-Arbeitsgruppe ausgearbeitet.