Pflegeversicherung lässt Gesundheitsausgaben explodieren
Pflegeversicherung lässt Gesundheitsausgaben explodieren

Aufgrund der alternden Bevölkerung wird sich der Trend in den kommenden Jahren wohl nicht bremsen lassen. Den deutschen Sozialversicherungen stehen weiterhin steigende Kosten für die Gesundheit ins Haus. Vor allem die soziale Pflegeversicherung ist davon stark betroffen. Insgesamt wurden im Jahr 2010 laut Statistischem Bundesamt 287,3 Milliarden Euro für die Gesundheit ausgegeben. Dies sind 8,9 Milliarden und damit 3,2 Prozent mehr als im Vorjahr 2009. Pro Einwohner entspricht dies Ausgaben von 3510 Euro. Im Jahr 2009 lag diese Zahl noch bei 3400 Euro. Mit 3,2 Prozent lag der Augabenzuwachs jedoch nur knapp über dem durchschnittlichen Wachstum von 3 Prozent von 2000 bis 2009.

Pflegeversicherung mit stärkstem Zuwachs

Den größten Kostenanstieg erlebte die soziale Pflegeversicherung: Hier stiegen die Ausgaben um 1,2 Milliarden auf 21,5 Milliarden und damit um immerhin 6,0 Prozent. Der Anteil der Mehrkosten der Pflegeversicherung an der Gesamtausgabensteigerung beträgt immerhin 13,5 Prozent. Zum Vergleich: Der Anteil an den Gesamtausgaben beträgt hier lediglich 7,4 Prozent. Der größte Kostenträger ist mit 165,5 Milliarden Euro und damit einem Anteil von rund 58 Prozent an den Gesamtausgaben die gesetzliche Krankenversicherung, doch hier wuchsen die Ausgaben “nur” um 4,7 Milliarden und damit um unterdurchschnittliche 2,9 Prozent.

Ambulanter Bereich am stärksten betroffen

Fast die Hälte der Ausgaben (49 Prozent) entfielen auf den ambulanten Gesundheitssektor. Und auch hier hat die soziale Pflegeversicherung in Sachen prozentualer Ausgabensteigerung die Nase vorne. Mit einem Plus von 0,7 Milliarden auf 10 Milliarden Euro und damit um 7,6 Prozent stiegen die Ausgaben für ambulante Pflegeeinrichtungen sogar am deutlichsten. Erklären lässt sich dieser stark überdurchschnittliche Zuwachs zum einen durch die gestiegene Zahl an Leistungsempfängern, die längere Pflegezeit und zum anderen durch die seit 2008 stufenweise angehobenen Leistungen. Den größten Ausgabenanteil in der ambulanten Versorgung haben weiterhin die Arztpraxen. Hier stiegen die Kosten um 0,3 Milliarden Euro (0,8 Prozent) auf 43,1 Milliarden Euro.

Kosten für Pflegepersonal lassen Krankenhausausgaben steigen

Mit dem Hintergrund des Krankenhausfinanzierungsreformgesetzes, das unter anderem auf die verbesserte Stellenposition von Pflegepersonal in den Krankenhäusern abzielte, steigen auch die Kosten im (teil-)stationären Sektor überdurchschnittlich um 4,0 Prozent auf insgesamt 104,2 Milliarden Euro an. Hier lag der prozentuale Kostenanstieg für stationäre Pflegeeinrichtungen mit 3,5 Prozent jedoch hinter den Krankenhäusern mit 4,7 Prozent.

Detaillierte Informationen zu den Ausgaben im Gesundheitssektor vom Statistikamt.