Pflegeversicherung: Pflegeberufe sollen attraktiver werden
Pflegeversicherung: Pflegeberufe sollen attraktiver werden

Die Attraktivität der Pflegeberufe muss unbedingt verbessert werden. Das forderte die Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Gesundheit, Annette Widmann-Mauz, zur Eröffnung des Bundeskongresses des Verbandes der Schwesternschaften vom Deutschen Roten Kreuz e.v. (DRK) am Mittwoch. „Die langfristige Sicherstellung der pflegerischen Versorgung alter und gebrechlicher Menschen ist uns dabei ein besonderes Anliegen“, sagte Widmann-Mauz weiter. Steigende Lebenserwartungen und die Fortschritte in der Medizin führen in Deutschland dazu, dass die Zahl älterer Menschen kontinuierlich steigt. Damit wächst aber auch die Zahl derjenigen Personen, die auf Hilfe anderer angewiesen sind. Der Bedarf an Pflegepersonal steigt. Bereits heute fehlen 50.000 Pflegekräfte. 

Neuregelung der Ausbildung im Pflegebereich

Berufe im Gesundheits- und Pflegebereich sind daher Zukunftsberufe, die hohe Beschäftigungschancen versprechen. „Aufgabe der Politik ist es deshalb, sowohl die Rahmenbedingungen für die Angehörigen dieser Berufe als auch die Ausbildung so zu verbessern, dass sie weiterhin attraktiv für junge Menschen bleiben“, so Widmann-Mauz. Die Optimierung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf spiele dabei genauso eine Rolle wie die Aufwertung des Arbeitsumfeldes und die Neuregelung der Ausbildung, die sich stärker am Bedarf orientieren solle.

Pflegereform steht in den Startlöchern

Der ehemalige Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) erklärte das Jahr 2011 schon im Dezember 2010 zum Jahr der Pflege. Unter Federführung seines Nachfolgers Daniel Bahr (FDP) steckt das Ministerium für Gesundheit gerade mitten in den Vorarbeiten für die Pflegereform. In Dialogveranstaltungen mit Bürgern, Fachleuten und Verbänden zu den Themen Fachkräftemangel, Bürokratieabbau, Demenz und pflegende Angehörige wurden schon Anregungen und Empfehlungen zusammengetragen, auf deren Grundlade die Eckpunkte der Pflegereform ausgearbeitet werden. Diese sollen im Sommer vorgelegt werden.

Erste Konturen der Pflegereform sichtbar

Bisher sind nur Konturen der großen Reform zu erkennen. Die Leistungen in der Pflegeversicherung sollen verbessert werden. Demenzkranke sollen durch eine Neubestimmung des Pflegebegriffs mehr Hilfe erhalten können. Auch die von Annette Widmann-Mauz geforderte Verbesserung der Arbeitsbedingungen für das Pflegepersonal soll in Angriff genommen werden. Im Gespräch sind auch Verbesserungen für die Angehörigen von Pflegebedürftigen, etwa Erholungskuren. Die Koalition hat sich ebenfalls vorgenommen, die Finanzierung der Pflegeversicherung umzustellen. Zusätzlich zu der heute von Arbeitgebern und –nehmern gemeinsam im Umlageverfahren finanzierten Pflicht-Versicherung soll es eine weitere, kapitalgedeckte und vom Versicherten alleine bezahlte Säule geben – ähnlich wie der Riesterbeitrag in der Rentenversicherung.

Pflegefälle werden sich bis 2050 verdoppeln

Der Bedarf an der Reform ist groß. Die Pflegekosten klettern in Deutschland von derzeit rund 1,3 Prozent des Bruttoinlandsproduktes auf bis zu 2,7 Prozent im Jahr 2050. Bis dahin wird auch mit einer Verdopplung der Pflegefälle auf 4,4 Millionen Menschen gerechnet. 15 Prozent der Bevölkerung werden 2050 älter als 80 Jahre alt sein. Heute sind es erst fünf Prozent.